Mehr Tötungen, weniger Einbrüche: Kriminalität 2012 leicht gestiegen

5. Februar 2013, 13:02
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Österreichweites Anzeigenplus von 1,5 Prozent, das vor allem auf Cybercrime zurückzuführen ist

Wien - Die polizeiliche Anzeigenstatistik des Jahres 2012 würde auf den ersten Blick wenig spektakulär anmuten, wären da nicht die Taten von Cyberkriminellen, deren Ausmaß in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert ist. Gab es bei der Gesamtzahl der Anzeigen mit 548.027 gegenüber 2011 ein Plus von rund 1,5 Prozent, betragen die Steigerungsraten bei der IT-Kriminalität 100 Prozent und deutlich mehr.


Quelle: Bundeskriminalamt

Die Aufklärungsquote ist im Vorjahr mit 42,6 Prozent um 0,8 Prozentpunkte gegenüber 2011 zurückgegangen. Diese Zahlen präsentierten der Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, und der Direktor des Bundeskriminalamts (BK), Franz Lang, in Wien.

Weniger Einbrüche

Das Niveau bei Einbrüchen in Wohnungen und Häuser blieb in etwa gleich. Mit 15.479 Anzeigen im Jahr 2012 gab es sogar einen leichten Rückgang um 0,9 Prozent gegenüber 2011. Mehr als die Hälfte der Ausgeforschten sind Wiederholungstäter, sie stammen überwiegend aus Osteuropa.

Bei den angezeigten Autodiebstählen gegenüber 2011 gab es mit 4.446 einen Rückgang um 13,8 Prozent. Lang zufolge habe man eine Verschiebung ins benachbarte Ausland beobachtet. In Deutschland etwa würden Steigerungsraten bei solchen Delikten um bis zu 25 Prozent verzeichnet.

Mehr vorsätzliche Tötungen

Anstiege gab es in den vergangenen Jahren bei Gewaltdelikten. So beobachteten die Ermittler bei den vorsätzlichen Tötungen mit 82 vollendeten Delikten Steigerungsraten um 15,5 Prozent und mehr. Trotz einer Steigerung gegenüber den Vorjahren sei man laut Ernst Geiger von den dreistelligen Zahlen der 80er- und 90er-Jahre weit entfernt. Auch die Sexualmorde und Unterweltschießereien gebe es nicht mehr, ein Gros der Taten spielt sich im Verwandten- und Bekanntenbereich ab.

Bei den vorsätzlichen Körperverletzungen gab es mit 41.333 Anzeigen einen Zuwachs um 2,3 Prozent gegenüber 2011. Anzeigen wegen Sittlichkeitsdelikten steigen um 0,1 Prozent gegenüber 2011 (2.766 Anzeigen gegenüber 2.763) an.

Cybercrime mehr als verdoppelt

Unter das Kapitel IT-Kriminalität fielen im Vorjahr 10.231 Anzeigen, das waren um 112,6 Prozent mehr als 2011. Beim Betrug durch Missbrauch des Internets wurden mit 5.070 angezeigten Fällen um 149,4 Prozent mehr als im Jahr davor gezählt. Mit 680 angezeigten Hackerattacken gab es gar um 182,2 Prozent mehr als 2011. Lang: "Im gesamten Netz wird jede Sekunde Tag und Nacht gehackt." Dabei gehe es um Millionenbeträge. Auch die Phishing-Fälle stiegen um 114,1 Prozent - 394 Anzeigen gab es 2012. In diesem Bereich werden die Bemühungen zu internationaler Zusammenarbeit verstärkt.

Betrugsanzeigen gab es um 28,1 Prozent mehr als 2011. Insgesamt wurden 26.741 Fälle, um knapp 6.000 mehr als im Jahr davor, registriert. Auch diese Steigerung geht Lang zufolge vor allem auf das Konto des Cybercrime.

Höchste Aufklärungsquote in Vorarlberg

Auch die Landesdienststellen der Polizei präsentierten am Dienstag die auf die Bundesländer heruntergebrochenen Zahlen: So rühmte sich Vorarlberg mit der höchsten Aufklärungsquote, die niedrigste Kriminalitätsrate gibt es im Burgenland. (APA/red, 5.2.2013)

  •  Über 548.00 Anzeigen nahm die österreichische Polizei im vergangenen Jahr entgegen.
    foto: apa/philipp schalber

     Über 548.00 Anzeigen nahm die österreichische Polizei im vergangenen Jahr entgegen.

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