Mode-Zar Burani muss hinter Gitter

5. Februar 2013, 12:43
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Die Firmenchefs der ehemaligen italienischen Mehrheitsaktionärin von Don Gil werden des betrügerischen Bankrotts beschuldigt

Rom - Walter Burani, Ex-Präsident der Modegruppe Mariella Burani, und sein Sohn Giovanni sind von einem Mailänder Gericht zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Sie werden des betrügerischen Bankrotts ihrer Firma, der früheren Mehrheitsaktionärin der österreichischen Shopkette Don Gil, verantwortlich gemacht und werden auch 13 Millionen Euro entschädigen müssen, beschloss das Gericht. Das börsennotierte Unternehmen war vor drei Jahren bankrottgegangen, die beiden Unternehmer waren im Juli 2010 verhaftet worden. Die Staatsanwälte hatten neun Jahre Haft für die beiden Unternehmer verlangt.

Die Modegruppe Mariella Burani war unter einem Schuldenberg von 480 Mio. Euro pleitegegangen. Die Burani-Aktien an der Mailänder Börse waren im September 2009 vom Handel ausgesetzt worden. Die Gruppe Mariella Burani, die zu den klangvollsten Namen der italienischen Modeszene zählte, hatte die Mehrheitsbeteiligung bei Don Gil 2007 abgegeben und sich mit einer Minderheit begnügt. Zu Mariella Burani gehörten indirekt die Taschenhersteller Antichi Pellettieri, Mandarina Duck und Coccinelle. Unter anderem gehörte ihr auch das deutsche Modehaus Rene Lezard. Mariella Burani beschäftigte vor der Pleite 2.000 Personen und machte einen Umsatz von 750 Mio. Euro.

Im Gefolge der Pleite von Mariella Burani war am 25. Oktober 2011 über Don Gil Österreich der Konkurs eröffnet worden. Die insolvente Modekette Don Gil wurde danach an den deutschen Damenmodenhändler Gerry Weber verkauft. (APA, 5.2.2013)

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