Athen verpflichtet Seeleute zum Dienst

5. Februar 2013, 17:04
3 Postings

Auf vielen Inseln der Ägäis würden bereits Medikamente und Lebensmittel knapp

Athen - Nach sechs Tagen Streik hat die Regierung in Athen die Seeleute, die bei der griechischen Küstenschifffahrt beschäftigt sind, nun zum Dienst verpflichtet. Ein entsprechendes Dekret unterzeichnete Ministerpräsident Antonis Samaras, wie das Ministerium für Handelsschifffahrt mitteilte. Die Seeleute sind nun verpflichtet, zum Dienst zu erscheinen. Anderenfalls drohen ihnen die Festnahme und Gefängnisstrafen. Die Regierung beruft sich auf ein Gesetz, das in Fällen der Gefährdung des öffentlichen Lebens die Verpflichtung zum Dienst erlaubt.

Auf vielen Inseln der Ägäis würden bereits Medikamente und Lebensmittel knapp, berichteten am Dienstag lokale Radiosender. Die Seeleute protestieren gegen Personalmangel, Lohnkürzungen, noch ausstehende Bezahlung der Reedereien für geleistete Arbeit und hohe Arbeitslosigkeit. Betroffen sind vor allem Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres im Westen Griechenlands, die keinen Flughafen haben.

Es ist das zweite Mal seit Jahresbeginn, dass die Koalitionsregierung aus Konservativen, Sozialisten und der Demokratischen Linken Streikende zum Dienst verpflichtet. Vor zwei Wochen war ein Streik der U-Bahnfahrer auf die gleiche Weise beendet worden. (APA, 5.2.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.