Europas Leitbörsen schließen überwiegend im Plus

5. Februar 2013, 18:23
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Leichte Erholung nach kräftigen Vortagesverlusten

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen haben am Dienstag überwiegend Kursgewinne verbuchen können und damit einen Teil ihrer klaren Vortagesverluste aufgeholt. Experten sehen jedoch die neuen politischen Sorgen in der Eurozone weiterhin als Belastungsfaktor. Mit den Korruptionsvorwürfen gegen die spanische Regierung und den guten Umfragewerten für Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi "sorgen gleich zwei große Euro-Länder für politische Verunsicherung", kommentierte ein Marktstratege das Börsengeschehen.

Für Bewegung sorgten zudem Konjunkturnachrichten sowie einige Unternehmensergebnisse. Die Einzelhandelsumsätze im Euroraum fielen im Dezember stärker als erwartet, wobei Spanien die stärksten Rückgänge im Monatsvergleich verzeichnete. Dagegen hat sich die Wirtschaftsstimmung im Euroraum im Jänner abermals verbessert. Der Einkaufsmanagerindex sei von 47,2 Punkten im Vormonat auf 48,6 Zähler gestiegen, teilte das Forschungsunternehmen Markit mit.

Am Nachmittag rückten dann Wirtschaftsdaten aus den USA in den Fokus: Die Erholung der US-Dienstleister hat sich im Jänner mit etwas weniger Schwung fortgesetzt. Die Stimmung der US-Dienstleister hat sich etwas weniger eingetrübt als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex fiel von revidierten 55,7 (zunächst 56,1) Punkten im Dezember auf 55,2 Zähler im Jänner, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Bankvolkswirte hatten mit einem etwas stärkeren Rückgang auf 55,0 Punkte gerechnet.

Ein Branchenvergleich zeigte Bankaktien und Energiewerte unter den größeren Gewinnern. Unter den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 fanden sich Münchener Rück mit plus 3,89 Prozent auf 138,95 Euro ganz oben am Kurszettel. Der Wirbelsturm "Sandy" hat die Münchener Rück nicht ins Wanken gebracht. Der Gewinn des weltweit größten Rückversicherers vervierfachte sich im vergangenen Jahr auf 3,2 Mrd. Euro, wie der Konzern mitteilte.

Unter den Bankwerten legten Banco Santander um 2,97 Prozent auf 5,86 Euro zu und UniCredit schlossen 2,54 Prozent fester bei 4,358 Euro. Bei den Versorgern konnten Iberdrola einen Anstieg um 2,52 Prozent auf 3,778 Euro verbuchen.

UBS-Aktien vollzogen in Zürich eine Berg- und Talfahrt nach der vorgelegten Jahresbilanz. Am Sitzungsende stand ein kleines Plus von 0,06 Prozent auf 15,63 Franken. Die Schweizer Großbank hat trotz eines Milliardenverlusts im vergangenen Jahr genügend Geld, um eigene Anleihen für bis zu fünf Milliarden Franken zurückzukaufen.

Ins Rampenlicht gerieten KPN. Der niederländische Telekomkonzern muss wegen schrumpfender Geschäfte und hoher Investitionen in sein Netz Milliarden an frischem Geld hereinholen. Geplant sei eine Kapitalerhöhung im Volumen von vier Mrd. Euro, teilte der Konzern mit. Die Emission müsse noch von den Anteilseignern - unter anderem von Großaktionär Carlos Slim, der in Österreich neben der ÖIAG bestimmender Aktionär bei der Telekom Austria ist - abgesegnet werden. Die Aktien von KPN sackten knapp 16 Prozent ab.

Der französische Pharmakonzern Sanofi hat für sein Darmkrebsmittel Zaltrap in Europa die Zulassung erhalten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte bereits im August 2012 das Mittel gegen Darmkrebs zugelassen. Die Aktien von Sanofi gewannen um 1,45 Prozent auf 70,69 Euro. (APA, 5.2.2013)

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