Intelligenter Fernsehfauteuil als Fitnesstrainer

5. Februar 2013, 11:00
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Sessel soll Benutzer zu mehr Bewegung im Wohnzimmer anregen

Das waren noch Zeiten, als die im Vorjahr verstorbene österreichische "Vorturnerin der Nation", Ilse Buck, allmorgendlich im ORF-Radio schwungvoll ansagte, mit welchen Übungen wir gesund und beweglich bis ins hohe Alter bleiben können. Viele ältere Menschen besuchen heute Fitnessstudios. Wem dies nicht möglich ist, soll sich künftig mittels eines intelligenten Sessels auf die Sprünge helfen lassen.

Sensoren, Bluetooth und WLAN

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS aus Erlangen hat so einen Sessel entwickelt. Mit ihm sollen sich seine Nutzer nicht nur gemütlich vor dem Fernseher lümmeln können, sondern gleichzeitig zu Bewegung motivieren lassen. Das Fitnessmöbel soll wie ein handelsüblicher Sessel aussehen, wird aber in seinem Inneren mit Sensoren, Platinen, Drähten gespickt sein.

Eingebaut in Sitzkissen, Rücken- und Armlehnen misst die eingebaute Mikrosystemtechnik ständig die vitalen Körperfunktionen und Sitzposition des Be-Sitzers. Via Bluetooth und kabellosem Netzwerk (WLAN) landen die Daten über einen im Sessel integrierten Tablet-PC auf dem Fernseher. Der Nutzer sieht, wie sich Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung des Bluts, Blutdruck oder Körpergewicht entwickeln.

Ratschläge

Weichen die Werte von den Empfehlungen ab, macht ein virtueller Gesundheitsassistent Vorschläge, wie etwa sich mehr zu bewegen. Der Sessel verwandelt sich dann in eine Rudermaschine, wie man sie aus dem Fitnessstudio kennt. Die Armlehnen werden zu Rudern, unten klappt eine Stütze für die Füße aus. Übungsprogramme lassen sich über den Fernseher abrufen. Auch hier zeichnen die Sensoren alle Messwerte auf, der Gesundheitsassistent zeigt an, wenn Übungen nicht richtig ausgeführt werden. Auf Wunsch wird ein Trainingsplan erstellt, der automatisch der Kondition des Sesselsportlers angepasst wird.

Ruderspiel

Um die Möglichkeiten des Systems auszubauen, wollen die Wissenschafter auch den menschlichen Spieltrieb nutzen, etwa indem gegen imaginäre Konkurrenten gerudert werden kann. Durch Gedächtnisspiele soll zum Mitmachen angeregt werden - etwa indem sich Nutzer einzelne Segmente des Sessels merken und diese dann mit der entsprechenden Körperpartie belasten müssen. Bei der Cebit in Hannover von 5. bis 9. März kann der Sessel live getestet werden. (kat, DER STANDARD, 5.2.2013)

  • Der Prototyp eines Fitnesssessels wurde im Vorjahr auf der Seniorenmesse Senova in Hamburg vorgestellt.
    foto: gewos

    Der Prototyp eines Fitnesssessels wurde im Vorjahr auf der Seniorenmesse Senova in Hamburg vorgestellt.

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