Vier ORF-Fernsehkanäle live im Web

4. Februar 2013, 18:39
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Nicht alleine zusätzliche Radio- und Fernsehkanäle präsentierte das ORF-Management als Strategie. Auch online will der Gebührenfunk weiter expandieren - mit Livestreams der Fernsehkanäle und TV-Zusatzdiensten. Thema der App-Strategie ist auch Vermarktbarkeit

Wien - Direktorin um Direktor präsentierten Donnerstag den Aufsichtsräten ORF-Strategien. Nur Michael Götzhaber, Exbetriebs- und Stiftungsrat und seit der ORF-Wahl 2011 Technikdirektor, ließ lieber seinem Vize den Vortritt.

Das merkten vor allem bürgerliche Stiftungsräte an, lobten aber, was und wie Thomas Prantner präsentierte. Auch wenn seine Webpläne zwischen zusätzlichen Radio- und Fernsehkanälen erst weniger Beachtung fanden. Die Stiftungsräte erhielten die Präsentation mit expansiven Details.

Werbung in TVthek

Noch hat die Medienbehörde nicht über Werbeplatzierungen in Prantners zentralem Projekt, der TVthek des ORF, entschieden. Der Zeitungsverband, der bisher auf möglichst enge Beschränkung des ORF im Netz drängte, zeigte durchaus Verständnis. Im Gegenzug sollen Zeitungsportale Bewegtbilder des ORF einbauen und gemeinsam mit ihm vermarkten. Ein Gemeinschaftsprojekt, das die Wettbewerbsbehörde aufmerksam beobachtet, wie bei einer Diskussion durchzuhören war. Prantner, Hauptabteilungsleiter Online in der Technik, zeigte, wie die TVthek auf Printportalen präsent sein könnte.

Vermarktbarkeit spielte auch bei Prantners App-Strategie für den ORF eine Rolle: Das Gesetz schränke derzeit "vermarktbare Sendungs- und Themen-Apps" ein, steht in der Präsentation. Sie nennt die als Beispiele für solche Apps Kochen, Gesundheit, Sport. Heute müssten ORF-Apps 1:1 Webinhalte abbilden und sich auf das Programm beziehen. Aber auch das Verbot für Präsenz in sozialen Medien will der ORF ja wegnovelliert bekommen.

Zentrale ORF-App

Nach diesem Hinweis referierte Prantner die "Vision" für 2014: eine zentrale ORF-App, darunter Sendermarken, Themenapps und eine zusammenstellbare namens "Mein ORF", ein schon früher präsentierter Konzeptpunkt.

Schon im zweiten Quartal 2013 soll laut Präsentation Hbb-TV des ORF starten, multimediales, internetgestütztes TV-Angebot mit Zusatzfeatures etwa zum Programm (Bild oben). Plattformen für Info, Wetter und Sport waren im Stiftungsrat Thema.

Die TVthek hatte im Jänner mit 14,27 Millionen Sichtungen einen neuen Höchststand. Prantner will weiter ausbauen - in "Prüfung" HD und alle vier Fernsehprogramme live rund um die Uhr als Stream. Auch hier also: mehr TV-Kanäle.

In der Schweiz soll die SRG laut Gesetzesentwurf nicht mehr auf Webinhalte mit Sendungsbezug beschränkt werden. Die Verleger protestieren. (fid, DER STANDARD, 5.2.2013)

  • Soll noch vor dem Sommer starten: Zusatzdienste auf dem TV-Gerät via Hbb-T, vorerst mit Info-, Sport- und Wetterportalen.
    foto: orf

    Soll noch vor dem Sommer starten: Zusatzdienste auf dem TV-Gerät via Hbb-T, vorerst mit Info-, Sport- und Wetterportalen.

  • Apps für alle Fälle: Applikationen für ORF-Kanäle, für Themen und Genres und in eigener Zusammenstellung aus dem Potpourri.
    foto: orf

    Apps für alle Fälle: Applikationen für ORF-Kanäle, für Themen und Genres und in eigener Zusammenstellung aus dem Potpourri.

  • Aus der Präsentation des Technikvizes. Vorstellungen des ORF, wie seine Bewegtbilder auf Zeitungsportalen aussehen könnten.
    foto: orf

    Aus der Präsentation des Technikvizes. Vorstellungen des ORF, wie seine Bewegtbilder auf Zeitungsportalen aussehen könnten.

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