Fleischhacker erforscht Magazingründung

4. Februar 2013, 17:59
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"Ernsthaftes" Projekt nach "Presse"-Abgang

Wien - Beinahe wie eine Beleidigung wirkt die Spekulation des "Kärntner Monat", Michael Fleischhacker könnte nach der "Presse" die "Kärntner Tageszeitung" führen. Was tut der diskurs- wie provokationsfreudige Journalist neben Kolumnen für "Kurier" und "Presse" tatsächlich? Er arbeitet intensiver an einem Projekt, das er schon als "Presse"-Chefredakteur wälzte.

Anfang 2012 berichtete der STANDARD von einem Magazinprojekt, über das Fleischhacker mit André Heller grüble. Auch der ehemalige SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer fiel als Mitdenker und womöglich -Financier. Daran kann Fleischhacker (43) intensiver basteln, seit er 2012 die "Presse"-Chefredaktion verließ, weil er sich eine andere Zusammenarbeit mit dem "Wirtschaftsblatt" vorstellte als der gemeinsame Mutterkonzern Styria.

"Ernsthaft, fast wie ein Forschungsprojekt" untersucht Fleischhacker nun, wie ein Qualitätsmedium mit Fokus auf "Politik, Wirtschaft und intellektuellen Diskurs" sich anno 2013 wirtschaftlich tragfähig führen lässt. Ein Print(wochen)magazin geistert regelmäßig durch die Branche, jedenfalls ebenso wahrscheinlich wirkt ein reines Onlinemagazin. Ein Geschäftsmodell sucht Fleischhacker, der nicht auf "Mäzenatentum" setzen will, sagt er auf STANDARD-Anfrage: Nur wirtschaftliche Selbstständigkeit sichere auf Dauer die Unabhängigkeit von Medien.

Mateschitz, Stronach: Eigene Vorstellungen

Als potenzieller Financier für das Projekt wird etwa Neopolitiker Frank Stronach gehandelt, ebenso Dosenmilliardär Dietrich Mateschitz. Beide würden Medienengagements bekanntlich mit sehr konkreten Vorstellungen über deren Ausrichtung und Gestaltung verbinden, wendet Fleischhacker da ein. Er habe bisher keine Finanzierungspartner.

Nicht an Bord dürfte auch der frühere Styria-Konzernchef Horst Pirker sein; der heutige Chef der Saubermacher AG kündigte 2012 vorerst ungenannte Medieninvestments an.

Zwischen Styria und Saubermacher managte Pirker die Red-Bull-Medien. Bei einer Diskussion in der Vorwoche schloss er Engagements von Mateschitz in Medienprojekten abseits von Markenstrategien für Red Bull und Co nicht aus. Er mache Medien auch "aus gesellschaftspolitischer Verantwortung", etwa das quasi öffentlich-rechtliche Servus TV, oder " aus purer Lust": "Wenn er etwa eine Tageszeitung haben will, wird er eine kaufen." (fid, DER STANDARD, 5.2.2013)

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    Ex-"Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker, hier bei einer Diskussion bei den Medientagen im Jahr 2010.

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