EU und UNO erörtern Mali-Hilfe

4. Februar 2013, 17:45
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Gespräche mit ECOWAS und Afrikanischer Union in Brüssel

Brüssel - In Vorbereitung auf den EU-Gipfel, der am Donnerstag in Brüssel beginnt, treffen bereits am Dienstag die zuständigen Minister der EU, der Afrikanischen Union (AU) und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas zusammen. Vertreter von 45 Staaten und internationalen Organisationen werden über die militärische, politische und humanitäre Lage in Mali sprechen.

Im Rahmen dieser Gespräche soll auch Österreichs Beitrag erörtert werden. Das Bundesheer soll, wie berichtet, bereits ab März rund zehn Ärzte und Sanitäter des Jagdkommandos als Teil einer EU-Truppe nach Mali entsenden. Das hatte Verteidigungsminister Norbert Darabos (SP) am Samstag am Rande der Sicherheitskonferenz in München bekanntgegeben.

Frankreich, bisher der wichtigste ausländische Player im Mali-Konflikt, will sich nach seinem Einmarsch möglichst schnell wieder aus dem nordwestafrikanischen Land zurückziehen. Nötig ist dazu die militärische Stabilisierung vor allem im Norden Malis: "Wir wollen schnell von den afrikanischen Einsatztruppen der Misma-Mission abgelöst werden", betonte der französische Außenminister Laurent Fabius am Montag. Gleichzeitig sei auch ein politischer Aussöhnungsprozess unerlässlich, der in freie Wahlen im Sommer münden soll. Beide Vorhaben seien alles andere als einfach zu bewerkstelligen.

Frankreich hat mit dem Einsatz von Soldaten verhindert, dass islamistische Extremisten aus dem Norden des Landes weiter nach Süden vordringen und die Übergangsregierung in Bamako stürzen konnten. Auch der Tschad hat Soldaten zur Unterstützung geschickt.

Mit den aktuellen Entwicklungen in Mali steht möglicherweise die Entführung eines französischen Öltankers in Verbindung: Das Schiff wurde offenbar am Wochenende von nigerianischen Piraten vor Côte d'Ivoire gekapert. (red, DER STANDARD, 5.2.2013)

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