Nach Lawinenabgang: Suche nach 16-Jährigem in Tirol fortgesetzt

5. Februar 2013, 07:08
8 Postings

14-jähriger Begleiter konnte sich selbst befreien - Hunderte Einsatzkräfte an Suche beteiligt

Jochberg - Die Suche nach einem seit Montagnachmittag nach einem Lawinenabgang im Gemeindegebiet von Jochberg (Bezirk Kitzbühel) vermissten Jugendlichen ist Dienstag früh wieder aufgenommen worden. Der 16-Jährige war im freien Skiraum von einem Schneebrett erfasst und rund 200 Meter mitgerissen worden. Er hatte laut Polizei keinen Lawinensuchgerät bei sich. Hunderte Einsatzkräfte, darunter das Bundesheer, Lawinensuchhunde sowie ein Hubschrauber beteiligten sich an der Suche.

Der Bursch war in Begleitung eines 14-jährigen Wintersportler gewesen. Dieser hatte sich aus den Schneemassen selbst befreien können und per Handy die Polizei verständigt. Die Jugendlichen waren gegen 15.30 Uhr in einen Hang vom Pengelstein in Richtung Saukasergraben eingefahren. Rund 50 Meter unterhalb des Kammes löste sich die Lawine, beide wurden mitgerissen.

Suchaktion musste am Montag unterbrochen werden

Schließlich wurde die Suche nach dem 16-Jährigen am Montag kurz vor 21.00 Uhr aufgrund der herrschenden Lawinengefahr und wegen der Dunkelheit abgebrochen. Am Einsatz waren die umliegenden Bergrettungen Jochberg, Kitzbühel, Kirchberg, St. Johann und Westendorf, sowie mehrere Feuerwehrmänner, Bedienstete der Bergbahn Kitzbühel, Alpinpolizisten und ein Lawineneinsatzzug des Bundesheeres beteiligt.

Für das Einsatzgebiet hat die Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel um 8.00 Uhr bis auf Weiteres ein Platzverbot erlassen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Dadurch sollen die Suchmannschaften vor weiteren Lawinenabgängen geschützt werden. Das Platzverbot gilt für den freien Skiraum im Bereich Pengelstein im Saukasergraben.

Lawinensituation weiterhin "heikel"

Am Montag hatte in Tirol verbreitet erhebliche Lawinengefahr, die Stufe "3" auf der fünfteiligen Gefahrenskala, geherrscht. Die Verhältnisse wurden von Experten als ungünstig beschrieben. Die Hauptgefahr liege bei neu gebildeten Triebschneeansammlungen besonders oberhalb von etwa 1.800 Metern Seehöhe. Bereits durch geringe Zusatzbelastung könnten Lawinen ausgelöst werden, also schon durch das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers, hieß es vom Lawinenwarndienst.

Auch für Dienstag wurde die Situation als "heikel" beschrieben, die Lawinengefahr wurde mit der Warnstufe "3" beurteilt. Vor allem die frischen Triebschneeansammlungen waren äußerst störanfällig, teilten die Experten im Lawinenlagebericht mit. (APA, 5.1.2013)

Share if you care.