ÖEHV-Team, Olympia und Optimismus

4. Februar 2013, 15:26
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Erstmals nach 2002 soll es wieder mit einer Olympiaqualifikation klappen - Turnier mit Italien, Niederlande und Deutschland ab Donnerstag im Nachbarland

Wien - Nach zwölf Jahren Pause will die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft endlich wieder bei Olympia dabei sein. Beim Qualifikationsturnier von Donnerstag bis Sonntag in Bietigheim-Bissingen geht es gegen Italien (Donnerstag, 16.00), die Niederlande (Freitag, 16.00) und Gastgeber Deutschland (Sonntag, 15.15 Uhr/alle live ORF Sport plus) um ein Ticket für Sotschi 2014. Die bisher letzte Olympia-Teilnahme eines ÖEHV-Teams war 2002 in Salt Lake City.

Deutschland, seit 1952 bei jedem Olympia-Turnier dabei, gilt als Favorit. Die österreichische Auswahl von Teamchef Manny Vivieros rechnet sich aber gute Chancen aus, auch wenn die Generalprobe verpatzt wurde. Österreich unterlag am Sonntag in Wien Kasachstan mit 1:4 und konnte dabei nur im ersten Drittel gefallen. Allerdings fehlten mit Torhüter Bernhard Starkbaum und Torjäger Michael Raffl die beiden Schweden-Legionäre, auch wurden Österreichs bester Center Thomas Koch, Manuel Latusa und Thomas Hundertpfund geschont.

Zudem hatte Viveiros sein Team erst ab Samstag zur Verfügung. Wenig Zeit, um das Spielsystem einzustudieren. Dennoch gibt sich der Teamchef zuversichtlich. "Wir müssen uns natürlich verbessern. Aber unser Vertrauen ist hoch. Wir wissen, wir haben eine gute Mannschaft und wir haben eine Riesenchance, unser Ziel Olympia zu schaffen", erklärte Viveiros.

Lehren aus dem Jahrhundertspiel

Auch für ihn ist Deutschland erster Anwärter auf das Ticket für Sotschi. "Deutschland ist der Favorit, aber wir haben eine Mannschaft, die die Deutschen schlagen kann", meinte er. Zuletzt gelang das bei einem Bewerbspiel bei der WM 2009, beim Jahrhundertspiel im vergangenen September (3:4 nach 3:1-Führung) waren die Österreicher knapp dran. Daraus will man die richtigen Schlüsse gezogen haben. "Sie waren groß und beweglich, sind im 1-gegen-1 und in der Ecke stark. Wir haben gesehen, was es braucht", sagte Viveiros.

Optimistisch gibt sich auch Rafael Rotter. Der Stürmer der Vienna Capitals wollte die Schlappe gegen Kasachstan nicht überbewerten. "Wir waren nur 24 Stunden zusammen und haben viele neue Systeme bekommen. Das war harte Kost für den Kopf", meinte er. "Für das Turnier bin ich sehr optimistisch. Nicht immer gewinnt am Ende die bessere Mannschaft, sondern das Team, das den Sieg mehr will. Wir sind gewappnet und wissen, dass wir eine historische Chance nutzen können. Ich bin 100-prozentig sicher, dass wir die Qualität haben, um den Olympia-Aufstieg zu schaffen", betonte er.

Deutschland selbst sieht sich ebenfalls in der Favoritenrolle. "Wenn wir unser Potenzial abrufen, haben wir gute Chancen, das Turnier zu gewinnen", bekräftigte DEB-Teamchef Pat Cortina. Der Italo-Kanadier kennt sowohl das italienische als auch das österreichische Eishockey bestens, war er doch von Mai 2007 bis Jänner 2008 Trainer der Innsbrucker Haie. Cortina hat für das Turnier überraschend auf Routinier John Tripp verzichtet, zudem fehlen die verletzten Stammspieler Thomas Greilinger, Christoph Schubert und Christoph Ullmann.

Auch an der Bande von Auftaktgegner Italien steht ein in Österreich bekannter Mann. Der US-Amerikaner Tom Pokel war Trainer von Feldkirch, Lustenau und den Graz 99ers. (APA, 4.2.2013)

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    Viveiros ziemlich zuversichtlich: "Wir haben eine Mannschaft, die die Deutschen schlagen kann."

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