Walter Thirring erhält Paul Watzlawick-Ehrenring

4. Februar 2013, 13:11
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Ärztekammer Wien: Physiker hat "die Dimensionen seiner Disziplinen gesprengt"

Wien - Die Wiener Ärztekammer vergibt den Paul Watzlawick-Ehrenring 2013 an den Physiker Walter Thirring (85). Eine Fachjury habe Thirring dazu einstimmig nominiert, teilte die Ärztekammer am Montag in einer Aussendung mit. Die Auszeichnung wird Thirring am 11. April in Wien überreicht.

Mit dem Ehrenring will die Ärztekammer den österreichischen Philosophen, Psychoanalytiker und Kulturtheoretiker Paul Watzlawick (1921-2007) würdigen, der wie kaum ein anderer die Wahrnehmungsästhetik revolutioniert und einen Dialog zwischen Natur-und Geisteswissenschaften gefordert habe. Er geht an Wissenschafter, die über Disziplinen hinaus denken, sich für eine humane Gesellschaft einsetzen und Forschung und Wissenschaft einem breiten Publikum vermitteln können.

"An die Grenzen der Physik gegangen"

Wie nur wenige andere habe Thirring "die Dimensionen seiner Disziplinen gesprengt und ist an die Grenzen der Physik gegangen. In diesem Sinn ist er ein Meta-Physiker und dekonstruierend im Sinne von Paul Watzlawick", heißt es in der Aussendung. Thirring zähle zu den bedeutendsten österreichischen Naturwissenschaftern der Gegenwart.

Thirring hat Standardwerke wie das vierbändige "Lehrbuch der mathematischen Physik" verfasst. Gemeinsam mit dem US-Physiker Elliott Lieb gelang es dem Forscher 1975 zu zeigen, dass Materie stabil ist und Elektronen und Atomkerne nicht aufgrund der anziehenden elektrischen Kräfte in sich zusammenfallen. 2009 erschien seine Autobiografie mit dem Titel "Lust am Forschen: Lebensweg und Begegnungen".

Bisherige Paul Watzlawick-Ehrenringträger

Die Auszeichnung wird von der Wiener Ärztekammer seit 2008 vergeben. Die bisherigen Ehrenringträger waren der in den USA lehrende österreichische Soziologe und Kommunikationswissenschafter Peter L. Berger, die Kulturwissenschafterin und Max-Planck-Preisträgerin Aleida Assmann, der deutsche Sachbuchautor und Biograf Rüdiger Safranski sowie 2011 der Architekturtheoretiker und Schriftsteller Friedrich Achleitner. Seit 2011 wird der Ehrenring alle zwei Jahre vergeben. (APA, 4.2.2013)

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