Gesetzesnovelle soll Uni-Zusammenlegungen ermöglichen

4. Februar 2013, 12:52
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Novelle ist vor allem auf Medizin-Unis und -Fakultäten in Innsbruck und Linz gemünzt

Linz/Innsbruck/Wien - Eine Gesetzesnovelle soll die Zusammenlegung von Universitäten generell ermöglichen. So sollen z.B. auch die Medizinischen Universitäten wieder als Fakultäten ihrer "Stammuni" geführt werden können. An einem entsprechenden Gesetzesentwurf wird im Wissenschaftsministerium gerade gearbeitet, hieß es auf APA-Anfrage. Interessant sein dürfte das vor allem für die Situation in Innsbruck, wo bereits seit längerem über eine Wiedervereinigung von Uni Innsbruck und Medizin-Uni diskutiert wird, und Linz, wo sich unter anderem die Stadt und das Land Oberösterreich eine neue Medizin-Fakultät an der Uni Linz wünschen.

"Wir werden mit dieser Änderung des Universitätsgesetzes auch die gesetzlichen Grundlagen für die Einrichtung von Medizin-Fakultäten schaffen", hatte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) bereits in der Vorwoche betont. Ob man allerdings etwa in Linz dann auch tatsächlich eine solche Fakultät einrichte, sei eine andere Frage. So seien etwa die Bedarfs- und die Finanzierungsfrage noch nicht geklärt.

Fusionierung in Innsbruck Thema

In Innsbruck wird bereits seit längerem uni-intern und in gemeinsamen Arbeitsgruppen über die Refusionierung der beiden Hochschulen diskutiert. Töchterle hat sich bereits in seiner Zeit als Rektor der Uni Innsbruck dafür ausgesprochen, auch der Tiroler Landeshauptmann Günter Platter gilt (ÖVP) als Befürworter dieser Lösung. Zuletzt hat auch der Experimentalphysiker Anton Zeilinger für eine Wiedervereinigung aller drei Medizin-Unis mit ihren Stammuniversitäten plädiert. Naturgemäß skeptisch stehen einer Zusammenlegung diverse Gremien der Medizin-Uni Innsbruck gegenüber.

Die Medizin-Unis Wien, Graz und Innsbruck sind erst 2004 mit der vollen Implementierung des Universitätsgesetzes (UG) aus ihren Stammuniversitäten herausgelöst worden, wo sie als Fakultäten eingerichtet waren. Für die erneute Einrichtung von Medizin-Fakultäten muss daher auch das UG wieder geändert werden. Dieses zählt derzeit nämlich die österreichischen Universitäten auf, darunter eben die drei Medizin-Unis.

Eine Gesetzesänderung könnte grundsätzlich rasch gehen: Erst in der Vorwoche wurde eine Regierungsvorlage für eine UG-Änderung im Ministerrat beschlossen, die unter anderem einen Probelauf zur Studienplatzfinanzierung in fünf Studienfeldern vorsieht. Die Uni-Zusammenlegung war darin noch nicht enthalten, könnte im Zuge des parlamentarischen Prozesses bis zur geplanten Beschlussfassung Ende Februar aber noch dazukommen. (APA, 5.2.2013)

  • Die Med-Uni Innsbruck fusioniert möglicherweise mit der Uni Innsbruck.
    foto: med-uni innsbruck

    Die Med-Uni Innsbruck fusioniert möglicherweise mit der Uni Innsbruck.

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