Knapp 1.000 Einsprüche gegen Linzer Westring-Autobahn

4. Februar 2013, 12:44
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Aktivisten sehen "bedrohliche Szenarien" und wollen weitere Gutachten einholen

Linz/Wien - Von knapp 1.000 Einsprüchen gegen den Linzer Westring (A26), seitdem Planungsunterlagen Mitte Dezember öffentlich aufgelegt worden sind, berichten die Kritiker des umstrittenen Autobahnprojektes. Das "Verkehrsforum Oberösterreich" und die "Überparteiliche Plattform der Bürgerinitiativen gegen die Westringautobahn" warnten in einer Pressekonferenz am Montag, an dem die Frist endete, vor "bedrohlichen und erschreckenden Szenarien" und wollen weitere Gutachten einholen.

Bau- und Lärmbelastung

Nicht nur in der Bau-, sondern auch in der Betriebsphase werde die zu erwartende Lärmbelastung ein Ausmaß erreichen, "dass Anrainer hinter Schallschutzfenster weggesperrt werden müssen", so die Aktivisten. Sie sprachen von einer Gesundheitsgefährdung, da die Häuserzeile in der Waldeggstraße als Schutz gegen den Bahnlärm künftig fehlen werde. Auch auf der Donaubrücke gebe es keine entsprechenden Schutzwände. In der Linzer Innenstadt werde es zudem zu mehr Verkehrsbelastungen als Erleichterungen kommen, da der Stadtteil viel weiträumiger sei als im Projekt definiert.

646 Millionen Euro sollen investiert werden

In den Westring sollen in Summe rund 646 Millionen Euro investiert werden. Die Asfinag ist davon überzeugt, dass die Kosten halten werden. Anfang 2011 hatten sich Bund, Land und Stadt nach jahrelangen politischen Querelen auf eine abgespeckte Variante der A26 geeinigt. Das ursprüngliche Projekt wurde in zwei Hälften geteilt. Der Nordteil wird vorerst nicht gebaut und zunächst nur der Südabschnitt realisiert. Oberösterreich und Linz haben sich verpflichtet, 15 Prozent der Kosten beizusteuern. In der ersten Etappe soll eine Brücke über die Donau errichtet werden.

Asfinag: Mehr Lebensqualität

Die Asfinag hielt Montagnachmittag erneut fest, dass der geplante Westring (A26) Linz entlasten und mehr Lebensqualität bringen werde. Das Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet soll dadurch um acht Prozent sinken, hieß es in einer Aussendung. Die Planungen würden auf besten Anrainer- und Umweltschutz abzielen. Das Projekt mit einem geplanten Baubeginn im ersten Halbjahr 2015 und einer Inbetriebnahme 2029 werde von unabhängigen Gutachtern auf Herz und Nieren geprüft. (APA, 4.2.2013)

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