Hoffnung auf reiche Rohstoffernte im All

4. Februar 2013, 12:48
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Während sich Förderer auf der Erde immer tiefer vorwagen, um dem Boden Rohstoffe abzuringen, sehen andere fette Beute im Orbit

Ressourcen sind endlich, gleichzeitig steigt der Bedarf an manchen Rohstoffen, denn die Produktzyklen etwa von Hightech-Geräten werden immer kürzer. Um den Hunger nach manchen Werkstoffen zu befriedigen, sind aufwändige Förderverfahren von Nöten. Während sich die Förderer auf der Erde immer tiefer ins Gestein wühlen, um dem Boden etwa Gas und Öl abzuringen, gibt es mittlerweile findige Firmen, die sich in Sachen Exploration und Ausbeutung sogar über die Grenzen des Globus hinauswagen wollen.

Die Firma Deep Space Industries (DSI) hat jüngst im kalifornischen Santa Monica Pläne vorgestellt (hier das dazugehörige You-Tube-Video), die langfristig zur kommerziellen Nutzung der Asteroiden im Sonnensystem führen sollen. Zunächst sollen die zahllosen Himmelskörper im näheren Umfeld des Erd-Orbits von einer Flotte kleiner Forschungssatelliten erkundet werden, hieß es zu Jahresbeginn. Am Ende, so die Vision, werden Roboter aus den Asteroiden Metalle, Mineralien, Wasser und Treibstoff gewinnen.

Das Team um Raumfahrt-Visionär Rick Tumlinson glaubt fest daran, dass das Vorhaben nicht nur technisch machbar ist, sondern auch kommerziell erfolgreich sein kann. Technischer und wirtschaftlicher Fortschritt erlaube heute Projekte, die im vergangenen Jahrhundert unmöglich und nicht bezahlbar gewesen seien, so Tumlinson.

Schätze im Orbit heben

Doch nicht nur Tumlinson zieht es ins All. Auch die US-Firma Planetary Resources will in zehn Jahren so weit sein, Schätze im Orbit zu heben. Wem das unbezahlbar scheint, dem sei gesagt: Auch Prominente glauben an den Erfolg - und beweisen dies auch durch monetäre Zuwendungen. Keine Geringeren als Google-Gründer Larry Page und Eric Schmidt oder Hollywood-Regisseur James Cameron sehen die Zukunft in der Ausbeutung von rohstoffreichen Asteroiden in den Weiten des Weltalls.

"Das Universum ist voll von Rohstoffen, und wir machen sie für die Menschheit nutzbar", sagte Planetary-Resources-Mitgründer-Peter Diamandis laut Deutscher Presseagentur, als er seine hochfliegenden Pläne vergangenes Jahr in Seattle vorstellte. Das Unterfangen, wurde er nicht müde zu betonen, sei "eine der größten kommerziellen Gelegenheiten" überhaupt. Aus der Taufe gehoben hat Diamandis das Unternehmen mit seinem Partner Eric Anderson. Beide in der privaten Raumfahrt wohlbekannt.

Platin und Wasserstoff

Darf man Andersons damaligen Aussagen trauen, ist das Vorhaben weit fortgeschritten: "Wir sind schon dabei, das erste Gerät zu bauen." Binnen zwei Jahren wolle die Firma so weit sein, eine Vorhut an Raumfahrzeugen ins All zu schicken, hieß es 2012. Mit von der Partie sollen Teleskope sein, die auskundschaften, welche Asteroiden in Erdnähe fette Beute versprechen. Ist eine solche absehbar, sollen Roboter folgen. Ihre Aufgabe ist klar: Bodenschätze heben und an Ort und Stelle aus dem Gestein lösen. Im Jänner gab es den ersten Prototypen eines Erkundungssatelliten in einem Youtube-Video zu sehen.

Planetary Resources hat es vor allem auf seltene Metalle wie Platin abgesehen. Diamandis und sein Partner versprechen sich ein Multimilliarden-Dollar-Geschäft. Was die beiden weiter lockt, ist Wasser - um daraus Wasserstoff und Sauerstoff zu gewinnen als Treibstoff und Atemluft für lange Reisen tief ins All. "Ein Asteroid kann unglaublich wertvoll sein, wenn man den richtigen findet", sagte Anderson laut Deutscher Presseagentur. Was er auch nicht verschwieg: "Es gibt eine gute Möglichkeit, dass wir scheitern. Aber wenn das erfolgreich ist, verdienen wir viel Geld." (rb, derStandard.at, 4.2.2013)

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    Rohstoffe gibt es nicht nur auf Erden, hochfliegende Pläne gibt es auch für deren zukünftigen Abbau im Orbit.

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