Staatsanwaltschaft Graz ermittelt gegen 20 Verdächtige

  • Es kracht in Fußball-Europa.
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    Es kracht in Fußball-Europa.

  • Der Brite Rob Wainwright, Direktor von Europol, hat Beweise gefunden, dass die organisierte Kriminalität in der Fußballwelt operiert. Wirklich konkret wurde er mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen aber nicht.
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    Der Brite Rob Wainwright, Direktor von Europol, hat Beweise gefunden, dass die organisierte Kriminalität in der Fußballwelt operiert. Wirklich konkret wurde er mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen aber nicht.

425 Spieler, Schiedsrichter und weitere Offizielle sollen involviert sein - Höchstes Bestechungsgeld angeblich in Österreich ausbezahlt

Den Haag/Wien - "Das ist ein trauriger Tag für den europäischen Fußball. Für uns steht fest, dass es sich um den größten Fall aller Zeiten in diesem Bereich handelt. Die Manipulationen haben einen Stand erreicht, wie wir ihn noch nie hatten", sagte am Montag Europol-Direktor Rob Wainwright, der seinen brisanten Bericht der Europäischen Fußball-Union (Uefa) übergeben wird. "Wir konnten erstmals beweisen, dass die organisierte Kriminalität in der Fußballwelt operiert." Die Uefa stellte bereits klar, eine "Null-Toleranz-Politik" zu fahren.

Die europäische Polizeibehörde Europol hat nach eigenen Angaben den weltweit größten Wettskandal der Fußball-Geschichte durch jahrelange Ermittlungen aufgedeckt und die Hintermänner in Asien identifiziert. Europol gab am Montag in Den Haag bekannt, dass es zwischen 2008 und 2011 insgesamt 380 manipulierte Spiele gegeben haben soll. In rund 300 weiteren verdächtigen Fällen laufen noch die Ermittlungen. Als Drehscheibe der kriminellen Machenschaften wurde Singapur genannt. Zu manipulierten Spielen soll es auch außerhalb Europas gekommen sein.

Keine Namen

Am größten Wettskandal der Fußball-Historie beteiligt sollen rund 420 Funktionäre, ehemalige oder heutige Spieler und Schiedsrichter in 15 Ländern gewesen sein. Namen wurden unter Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht genannt, man muss aber davon ausgehen, dass auch Österreichs Kick betroffen ist. Insgesamt seien mehr als zwei Millionen Euro an Bestechungsgeldern an Spieler und Offizielle geflossen, europaweit strichen die Manipulateure Profite in Höhe von acht Millionen Euro ein. Die Behörden werteten bei ihren Ermittlungen 13.000 E-Mails aus.

Europol bestätigte, dass Partien der WM- und der EM-Qualifikation sowie zwei Champions-League-Begegnungen betroffen gewesen seien. Die drei am stärksten betroffenen Nationen sollen die Türkei mit 79, Deutschland mit 70 und die Schweiz mit 41 verdächtigen Spielen gewesen sein. Finanzielle Details blieb Europol schuldig, gemäß einem Bericht der BBC war aber die Rede davon, dass die höchste Zahlung an eine Einzelperson mit rund 140.000 Euro in Österreich getätigt worden sei.

Graz: Verfahren gegen 20 Personen

Bei der Staatsanwaltschaft Graz, die in Österreich die Ermittlungen in Sachen Wettbetrug leitet, hält man sich bedeckt. "Ich kann nur sagen, dass Betrugsverfahren gegen 20 Personen im Zusammenhang mit manipulierten Fußballspielen und den Wetten darauf bzw. wegen des Verdachts der Geldwäsche laufen. Nicht nur gegen Spieler", sagte Sprecher Hansjörg Bacher. Gemeinsam mit den deutschen Kollegen habe man eine Ermittlungsgruppe gebildet, deren Erkenntnisse auch in die Untersuchungen der Europol miteingeflossen seien.

Schon im Zuge des Prozesses gegen den kroatischen Wettpaten Ante Sapina 2011 bzw. seinen Bruder Milan 2012 waren auch verdächtige Spiele in Österreich genannt worden: Die Namen Kapfenberg, Vienna und Hartberg fanden dabei mehrfache Erwähnung. So erschien den Ermittlern unter anderem das Spiel Kapfenberg - Austria am 28. Oktober 2009 (1:0) verdächtig. Es könnte sich dabei auch um jene Partie handeln, die laut Informationen von Ö1 am Montag von einem deutschen Staatsanwalt im Rahmen der Europol-Pressekonferenz genannt worden war.

Höchster Profit angeblich bei Salzburg-Spiel

Den europaweit höchsten Profit durch Wettbetrug habe es mit 700.000 Euro zudem bei einer Partie zwischen Red Bull Salzburg und Hartberg gegeben. Im Ante-Sapina-Prozess war die Rede von einem mutmaßlich manipulierten Cupspiel der Salzburger Amateure gegen Hartberg am 22. September 2009, damals war von 533.000 Euro Profit die Rede.

Keine zusätzlichen Erkenntnisse hat Bundesliga-Vorstand Georg Pangl. "Seit Wochen gibt es nichts Neues." Weltverbandschef Joseph Blatter äußerte sich tatenfreudig. "Arbeiten mit der Polizei, um im Kampf gegen Matchmanipulation zu helfen. Ich wiederhole, das ist ein großes Thema für den Fußball und die Regierungen, das es zu lösen gilt", twitterte der Schweizer. (APA/sid/red, DER STANDARD, 5.2.2013)

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Hallo

Lg Hannes

Zahlen?

Mir kommen diese Zahlen irgendwie sehr komisch vor.

Wenn angegeben wird das für 380 Spiele insgesamt nur 2 Mio. Euro an Bestechungsgeldern geflossen sind und dabei dann 140.000 in Österreich an eine Einzelperson.

Da bleiben dann, wenn man annimmt das diese eine Person für ein Spiel bestochen wurde nur noch 1.860.000 für die weiteren 379 Spiele über.

Fragt sich auch, wie schon in den Kommentaren hier gelesen habe, was eigentlich beeinflusst wurde. Es muss ja nicht immer um den Spielausgang gehen.

Ich vermute ja sogar, dass viele Gegner absichtlich gegen das Österreichische Nationalteam gewonnen haben.

Und vorher darauf setzten und sich so eine goldene Nase verdienten.

wenn man bedenkt, dass ...

... sowohl Wettanbieter als auch Pharmakonzerne zu den Sponsoren und sogar Eigentümern von Sportvereinen gehören, warte ich schon darauf, dass Verein A den Verein B bestochen hat, dass B das Spiel ohne Doping bestreitet.

Wieder einer der noch immer nicht kapiert hat, daß die Wettanbieter genau NIX mit den Bertrügereien zu tun haben.

Aber "Hauptsache posten", das dürfte hier die Regel Nr. 1 sein.

genau ...

... und die Quotenänderungen bei Livewetten, das macht die "Invisible hand"

Quoten aendern sich automatisch je nach Anzahl und Hoehe der Wetten. Was wuerde den der Wettanbieter gewinnen? Wenn ich als Anbieter ein Spiel verschiebe, dann kann ich immer noch nicht kontrollieren, wie die Kunden wetten.

Rofl, immer lustig wenn mir ein Amateur bei dem Thema nach knapp 20 Jahren Arbeit in dem Bereich irgendwas erzählen will.... endlich etwas zum Lachen heute, danke :).

Hoffentlich ist jetzt endlich auch die Vienna dran. Mit einem Präsidenten, der einen Spieler auch noch behält obwohl er schon weiß, daß er besch.... hat.

Aber gut, was will man von so einem auch erwarten, der ansonsten sein Geld damit verdient, die Unterschicht mit Fernseh-Betrügereien auszunehmen?

Admiral Sportwetten drängt in den Anfang der neungiger Jahre an die Öffentlichkeit

und sponsort den traditionsreichen Fußballclub SK Rapid Wien eine Säule des österreichischen Sports: Rekordmeister, Cupsieger und zweifacher Europacup-Finalist. Trainer: Die Legende Gustl Starek, der abseits des Rasens selbst eine Anzahl Spielautomaten in der steirischen Landeshauptstadt Graz „laufen“ hat, im eigenen sowie in weiteren Cafés. Unter der Bezeichnung „Kleines Glücksspiel“. Die Automaten im eigenen Café werden später von den Behörden verboten, das Lokal befindet sich in der Nähe einer Schule.

In der Saison 1992/93 findet schließlich ein denkwürdiges Spiel statt: 8. Mai 1993 – St. Pölten gegen Rapid 5:0. Man spricht von Schiebung, das Wort „Wettbetrug“ ist zu dieser Zeit noch nicht geläufig. Rapid spielt an diesem Tag mit einigen Allzeit-Stars wie Konsel, Pecl, Schöttel, Kühbauer oder Fjörtoft. Pecl wird auch noch in der 62. Minute ausgeschlossen, bei St. Pölten schießt ein gewisser Ivica Vastic zwei der fünf Tore.
Es wird einiges gemunkelt, bewiesen aber nichts. Zu einer Untersuchung, Anklage oder Sanktion kommt es bemerkenswerter weise nie. Nach dem Spiel bleiben die Positionen in der Tabelle gleich. Beide Teams halten sich sozusagen in der grauen Zone auf – mit dem Titel nichts zu tun, Abstieg nicht möglich.

Und genau daher ist ein 5-0 kein gutes Ergebnis. Denn wer darauf wettet und gewinnt, der wird auffaellig, auch vor der Zeit des computerisierten Warnsystems. Da verschiebt man lieber auf ein 2-1 und wettet eben mehr Geld.

Novomatic -Admiral - Hundewetten

Aufgezeichnete Hunderennen wurden vom Gericht als Glücksspiel eingestuft. Das Wetten auf Hunderennen wurde in Admiral Lokalen angeboten! Dafür war jedoch nie eine gültige Lizenz vorhanden. Daher ist es zumindest illegales Glücksspiel. Ist das nicht eigentlich schwerer gewerbsmäßiger Betrug? Die Kunden die Wetten auf aufgezeichnete Hunderennen abschlossen waren im glauben das diese Wetten Live stattfinden und der Ausgang der Wetten war den Betreiben bekannt! Mehr unter: www.automaten-klage.at/hunderenn... schließen/

es kann so ganz nebenbei

die Welt untergehen. Fast 900 Postings zum Thema Fußball :-) pffffffffff

Was erlauben filzhut?

TSV Hartberg vs. Red Bull Salzburg

Tja, APA, bisschen recherchieren wäre nicht schlecht.

Am 22.9.2009 spielten die RBS Amateure zwar gegen Hartberg, das war aber in der Ersten Liga. 7:0 für Salzburg...

Das eröffnet natürlich viele Wetten die einiges an Gewinn abwerfen könnten.

9. Runde, Dienstag, 22.09.2009, 19:00 Auswärts, Red Bull Juniors Salzburg 9.Platz 4-5-1 450 7:0

alle reden vom Fussball,

dabei ist es da bei den vielen Beteiligten relativ schwer was zu schieben, höchstens bei so Wetten wie "wer macht erste Gelbe" oder diverse Live-Wetten. Ganze Ergebnisse sind schwer manipulierbar. Viel einfacher ist es in Sportarten, wo man nur einen Spieler bestechen muss, z.B. Tennis, da ist der Wettbetrug viel einfacher und sicher lukrativer. Wettprofis wissen das.

"alle reden vom Fussball"

ja, weil:

"380 Spiele in Europa, darunter Partien der WM-Qualifikation und der Champions League, insgesamt 425 verdächtige Personen, in rund 300 weiteren verdächtigen Fällen laufen weltweit noch Ermittlungen"

Was hast daran net verstanden?

Es wird auch in Zukunft gelten: Augen zu und mauern!

Alle gaben sich damit zufrieden, dass der vorarlberger Fahrdienstleiter nur arrogant gewesen wäre. Offensichtlicher gings ja nicht mehr!

Dass das höchste Bestechungsgeld bei uns ausbezahlt wurde ist traurig, wundert mich aber nicht!

In unserem Fußball ist so viel...eigentlich fast alles...auf Zufall aufgebaut, da kannst ja ohne Bestechung keine vernüftigen Wetten abgeben.

...und Superkicker die fürs Knödl empfänglich sin, hama auch genügend bei uns...

das Paradies für die Wettmafia!

Na da outet sich endlich wieder mal einer als komplett ahnungslos.... bravo :)

ahnungslos in bezug worauf....bitte um aufklärung....lassens mich nicht ahnungslos sterben

Bzgl. Wetten und Fußball... das reicht hoffentlich für den Anfang...

die Dosen und die Lilanen sind offenbar mit der Wettmafia verbandelt. Das eilige Dementi vom Kraetschmer wirkt ja beinahe wie ein Schuldeingeständnis. Da muss es Konsequenzen geben...

http://sport10.at/home/fuss... -Zwielicht

naja vom ehrliche kommerz wird heutzutage niemand mehr reich...;)

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