Schweiz: Ende 2014 "in der Blasenzone"

4. Februar 2013, 10:36
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Die Ungleichgewichte auf dem eidgenössischen Immobilienmarkt nehmen laut UBS-Index weiter zu - Anzahl der Monitoringregionen wurde ausgeweitet

Der Schweizer Immobilienmarkt weise zwar weiterhin "keine eindeutigen Charakteristika einer Preisblase" auf, doch die Ungleichgewichte steigen munter weiter - so lautet die neueste Schätzung der Großbank UBS, die sich dafür auf ihren eigenen "Immobilienblasenindex" berufen kann. Hält der Trend an, dürfte die Blasenzone Ende 2014 erreicht werden.

Gefahrenregionen Zürich, Genf, Lausanne

Der Index stieg im vierten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal um 0,09 Indexpunkte auf neu 1,11 Zähler und stieß damit weiter in die Risikozone vor. "Die Anlegernachfrage nach Immobilien bleibthoch, Hauspreise koppeln sich immer stärker von den Einkommen ab und die Verschuldung steigt weiter", schreiben die Analysten.

Die Regionen Zürich, Genf und Lausanne werden weiterhin als Risikoregionen angesehen, die bedeutenden Agglomerationsregionen Zug, Pfannenstiel, Limmattal, Unteres Baselbiet, Zimmerberg, March, Vevey, Morges und Nyon sowie die Tourismusregionen Davos, Saanen-Obersimmental und Oberengadin gehören ebenso zu den Gefahrenregionen. Die Gebiete Appenzell Innerrhoden, Luzern und das Prättigau zählen neu zusammen mit Nidwalden, Innerschwyz, Basel-Stadt, dem Knonaueramt und der Region Glattal-Furttal zu den Monitoringregionen des UBS-Index.

Zinsen im Fokus

Genährt würden die Immobilienpreise abgesehen von den tiefen Zinsen weiterhin von der Jagd nach Investitionsobjekten. Die Erholung an den Finanzmärkten und die nachlassende Suche der Anleger nach Sicherheit könnte den Preisanstieg im laufenden Quartal nun aber bremsen. Da der Großteil der Nachfrage aber aus dem Inland stamme, sei ohne Anstieg der langfristigen Zinsen keine Trendwende zu erwarten.

Damit sei aber kurzfristig nicht zu rechnen, da die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit Rücksicht auf den starken Franken die Zinsen niedrig halten muss. Die SNB könnte aber beim Bundesrat die Einführung eines antizyklischen Puffers beantragen. Banken müssten dann Hypotheken mit zusätzlichem Eigenkapital unterlegen.

Die "extrem günstigen Kredite" verzerrten das deutlich über dem langfristigen Gleichgewichtswert liegende Kostenverhältnis von Kauf und Miete, erklärten die UBS-Experten weiter. Die tiefen Zinsen ließen Immobilien im Verhältnis zum Einkommen als relativ günstig erscheinen. Dies sei aber eine Fehleinschätzung, die vielen Haushalten bei einer Zinserhöhung erhebliche Probleme bescheren dürfte. (red/APA, derStandard.at, 4.2.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Schweizer Immobilienmarkt (Bild: Zürichsee) entwickelt sich mancherorts nicht gesund, warnen Beobachter.

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