Europas Leitbörsen schließen mit kräftigen Verlusten

4. Februar 2013, 18:35
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Sorgen um Italien und Spanien belasten - Bankwerte im Tiefflug

Frankfurt am Main - Belastet von wieder angefachten Sorgen um die Eurozone sind die europäischen Leitbörsen am Montag mit kräftigen Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 sackte um klare 84,91 Einheiten oder 3,13 Prozent auf 2.625,17 Zähler ab.

Steigende Renditen für italienische und spanische Staatsanleihen rückten die Sorgen um die Stabilität der Eurozone wieder in den Vordergrund, hieß es am Markt. Insbesondere bereitet den Investoren die Lage in Spanien und Italien Kopfzerbrechen. Während in Italien die Ende Februar anstehende Parlamentswahl für Unsicherheit sorgt, verunsichern in Spanien die Korruptionsvorwürfe gegen den Ministerpräsidenten Rajoy.

Zudem belasten die weiter steigenden spanischen Arbeitslosenzahlen: Wie das Arbeitsministerium am Montag in Madrid mitteilte, waren im Jänner fast fünf Mio. Menschen als arbeitslos gemeldet, 2,7 Prozent mehr als im Vormonat. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen nach der jetzigen Methode im Jahr 1996.

Verluste in Mailand und Madrid

Vor diesem Hintergrund verbuchten die Börsen in Mailand und Madrid die stärksten Verluste unter den europäischen Handelsplätzen, wobei insbesondere die Bankaktien für Belastung sorgten. Auch im Euro-Stoxx-50 büßten die Finanztitel am meisten ein. So schlossen UniCredit an der Sohle des Index mit einem Kursverlust von über acht Prozent auf bei und Intesa Sanpaolo fielen um 5,35 Prozent. Deutlich tiefer gingen auch Banco Santander (minus 5,70 Prozent) und Societe Generale (minus 4,79 Prozent) aus dem Handel.

Das schwache Marktumfeld zog letztlich auch die über weite Strecken gut gesuchten Versorgerwerte von RWE (minus 0,78 Prozent) und E.ON (minus 1,01 Prozent) ins Minus. Laut Marktteilnehmern rechnen die Anleger damit, dass der Tarifstreit bei den Versorgern nun doch ohne Streik gelöst werden kann. Bei E.ON wurden die für Montag angekündigten Arbeitsniederlegungen abgesagt, bei RWE signalisierten Unternehmensleitung und Gewerkschaften ebenfalls Gesprächsbereitschaft.

Schweizer Unternehmen mit Bilanzzahlen

Unterdessen rückten zwei Schweizer Unternehmen mit Bilanzzahlen in den Fokus. So stiegen die Swatch-Papiere um 5,02 Prozent, nachdem der Uhrenkonzern 2012 dank einer hohen Auslastung mehr verdient hatte als im Vorjahr. Der Gewinn des Weltmarktführers stieg um 26 Prozent auf 1,61 Mrd. Franken und damit mehr als von Analysten erwartet worden war.

Die Anteilsscheine der Schweizer Privatbank Julius Bär gingen hingegen um 3,12 Prozent zurück. Der Vermögensverwalter übertraf beim Vorsteuergewinn und Konzerngewinn die Konsensschätzungen nur aufgrund von Sonderfaktoren. Die Zahlen hätten insgesamt wenig überrascht, kostenseitig gab es laut Analysten Enttäuschungen. (APA, 4.2.2013)

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