Frauenquote als Mittel gegen Sexismus

4. Februar 2013, 10:02
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Der SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht darin ein wirkungsvolles politisches Instrument - 80 Prozent finden Sexismus-Debatte wichtig

Berlin - Als wirkungsvolles Instrument gegen "offenen und verdeckten Sexismus" empfiehlt der deutsche SPD-Chef Sigmar Gabriel die Frauenquote. "Wo Frauen angemessen repräsentiert sind, herrscht ein anderer Ton und eine andere Atmosphäre als in reinen Männerrunden", sagte er der "Bild am Sonntag".

Eine Frauenquote könne die Politik besser machen. "Politik ist in Deutschland immer noch sehr stark eine Männerdomäne", sagte Gabriel. "Es geht darum, dass die Politik schlicht dümmer ist, wenn sie die Sichtweise von Frauen nicht kennt." Er denke dabei an Themen wie die Vereinbarkeit von Kindererziehung, Familie und Beruf.

Mehrheit findet Sexismus-Debatte wichtig

Auf die Frage, ob ihm selbst auch schon einmal ein anzüglicher Spruch gegenüber Frauen herausgerutscht ist, sagte Gabriel: "Das ist mir sicher schon passiert." So habe er sich einmal bei Manuela Schwesig, SPD-Vizechefin und Ministerin im Kabinett von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), entschuldigt, nachdem er sie als "Erwins bestes Stück" bezeichnet hatte. Gabriel sagte dazu: "Das war ein ziemlich verunglücktes Kompliment."

Einer Umfrage zufolge findet eine große Mehrheit der Deutschen die aktuelle Debatte über Sexismus wichtig, ohne sich allerdings selbst von dem Phänomen betroffen zu fühlen. In einer am Sonntag veröffentlichten Emnid-Umfrage für den "Focus" gaben 80 Prozent an, eine gesellschaftliche Diskussion über den richtigen Umgang der Geschlechter miteinander sei wichtig.

Unter den Frauen war der Anteil mit 85 Prozent noch höher, doch auch drei Viertel der Männer waren dieser Meinung. Durch sexuell anzügliche Bemerkungen belästigt gefühlt haben sich der Umfrage zufolge 24 Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer. Angestoßen wurde die Sexismus-Debatte durch Vorwürfe einer "Stern"-Reporterin gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle. (APA, 4.2.2013)

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