Frankreich bombardiert erneut Islamisten-Stellungen rund um Kidal

4. Februar 2013, 11:44
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Außenminister Fabius: Baldige Übergabe an afrikanische Truppen in Mali - Angeblich "Ideologe von Ansar Dine in Timbuktu" festgenommen - Hochrangige Islamistenführer und französische Geiseln im malisch-algerischen Grenzgebiet vermutet

Französische Einheiten haben am Montag erneut Stellungen islamischer Extremisten im Norden Malis bombardiert. Derzeit würden Luftangriffe auf das Ifoghas-Gebirge in der Nähe der algerischen Grenze und unweit der Stadt Kidal geflogen, sagte ein malischer Militärsprecher der Nachrichtenagentur dpa. "Einige Mitglieder bewaffneter Gruppen haben sich in den Bergen von Tikarkar im Gebiet von Kidal verschanzt“, erklärte er weiter.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP soll es sich dabei unter anderem um den Algerier Abou Zeid, einer der radikalsten Führer von Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI), sowie um Iyad Ag Ghaly, Anführer der islamistischen Rebellengruppe Ansar Dine, handeln. Jene sieben französischen Geiseln, die zwischen 2011 und 2012 in Mali und im Niger entführt worden waren, sollen ebenfalls in der Bergregion rund um Kidal gefangen gehalten werden.

Schon in den vergangenen Tagen hatte sich die Offensive der Franzosen vor allem auf die Region rund um Kidal, an der Grenze zu Algerien konzentriert. Nach Angaben aus malischen Militärkreisen wurde dort am gestrigen Sonntag auch ein anderer hochrangiger Islamistenführer der Ansar Dine festgenommen. Dies konnte Fabius nicht bestätigen: Er habe darüber keine Informationen, sagte er Montagfrüh.

Frankreich will sich "sehr rasch" wieder aus Mali zurückziehen

Die französischen Streitkräfte wollen sich nach Regierungsangaben aus Paris rasch wieder aus Timbuktu und anderen von Islamisten befreiten malischen Städten zurückziehen. "Wir wollen schnell von den afrikanischen MISMA-Truppen abgelöst werden", sagte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am Montag im Radiosender France Inter. Der Rückzug aus Timbuktu könne "sehr schnell" erfolgen. "Wir arbeiten daran", sagte Fabius. Ob die französischen Truppen im Norden Malis weiter vorstoßen könnten, ließ er offen. (APA, 4.2.2013)

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