Tag und Nacht in 80 Minuten

Ansichtssache3. Februar 2013, 22:00
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foto: apa/epa

Cardiff/Wien - Die Waliser sahen grün. Es war das Auftaktspiel der Six Nations 2013, in dem sich für den Titelverteidiger dessen schlimmster Albtraum in Realität verwandelte. Zunächst. Irland war überall, Irland war zu schnell mit Bein wie Hand, Irland war fehlerlos. In einer beeindruckend selbstverständlichen Manier stellten die Gäste die Anzeigetafel des Millennium Stadiums zu Cardiff kalten Blutes auf einen Zwischenstand von 0:20. Da waren 28 Minuten gespielt an einem Samstag-Nachmittag, der für das walisische Rugbynationalteam eine direkte Abzweigung Richtung Desaster zu nehmen schien.

Zwei wunderbare Tries von Simon Zebo (Foto) und Cian Healy offenbarten gleichermaßen irische Spielfreude und walisische Überforderung. Brian O'Driscoll, der große Alte, hatte gleich drei Verteidiger auf sich gezogen, Raum geschaffen und sodann mit dem perfekten Timing eines 121-fachen Internationalen seinen Flügel auf die Reise geschickt.

Wenig später pflückte sich Rory Best Dan Biggars missglückten Befreiungskick herunter und Irland kam erneut in Überzahl daher. Zebo lieferte ein Meisterstück, als er sich in voller Galoppade einen Pass in seinen Rücken mit einem Fersler in die Arme legte, der einem Lionel Messi alle Ehre gemacht hätte. Die Magnifizenz dieses Tuns wird umso bewundernswerter, hält man sich vor Augen, dass es ein Objekt (ovaler Ball!) behandelte, dessen Flugeigenschaften denen eines besoffenen Albatros gleichen. Also völlig unvorhersehbar sind. Healy vollendete schließlich.

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