Gascoigne begibt sich auf Entzug

5. Februar 2013, 21:22
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Ex-Fußballstar wird sich nach schockierendem öffentlichen Auftritt in US-Spezialeinrichtung behandeln lassen

London - Paul Gascoigne versucht seine Alkoholsucht in einer Entzugsklinik in den USA in den Griff zu bekommen. Wie sein Management am Montag mitteilte, habe der 45-jährige ehemalige englische Internationale eingewilligt, sich in einer US-Spezialeinrichtung behandeln zu lassen. Am vergangenen Donnerstag hatte der seit Jahren mit schweren Alkoholproblemen kämpfende Gascoigne in Northampton einen schockierenden öffentlichen Auftritt hingelegt, nach dem sich ehemalige Weggefährten und sein Management höchst besorgt über seinen Zustand geäußert hatten.

Der 57-fache Nationalspieler hatte bei seinem öffentlichen Auftritt Probleme beim Sprechen, zitterte und schüttelte sich. Der "Sunday Mirror" druckte Fotos von der Veranstaltung, auf dem er mit Mikrofon und glasigen Augen zu sehen ist. "Ich habe die Organisation angerufen und gesagt, dass es wohl das Beste wäre, ihn nicht auftreten zu lassen, aber er bestand darauf, da er einige neue Witze auf Lager habe und in Tip-Top-Form sein würde", berichtete sein Berater Terry Baker.

Der Agent sagte über den 45-Jährigen, der sein Alkoholproblem selbst öffentlich eingeräumt und schon mehrere Aufenthalte in Entzugskliniken hatte: "Sein Leben ist immer in Gefahr, weil er ein Alkoholiker ist. Vielleicht kann ihn niemand retten - ich weiß es nicht." Gascoignes früherer Tottenham- und Nationalelf-Kollege Gary Lineker twitterte: "Ich kann nur hoffen, dass er irgendwie seinen Frieden findet, aber ich habe Angst, dass diese Hoffnungen vergebens sein könnten."

Lineker und TV-Entertainer Piers Morgan nahmen den bestürzenden Anblick, vor dem selbst die sonst so hart gesottene britische "Sun" die Zuschauer auf ihrer Internetseite warnt, zum Anlass, Gascoigne sowohl das Flugticket nach Amerika als auch die Therapie in einer renommierten Suchtklinik zu bezahlen.

Three Lions wollen helfen

Unterstützung bekommt Gascoigne von Englands aktuellen Stars. Kapitän Steven Gerrard erklärte vor dem Länderspiel gegen Brasilien, dass die Nationalmannschaft und Trainer Roy Hodgson ihr Hilfe angeboten haben: "Wir haben mit der FA gesprochen und dem Verband klar gemacht, dass wir bereit sind zu helfen, wenn es nötig ist", sagte Gerrard. Hodgson erklärte: "Paul hat unsere ganze moralische Unterstützung. Wenn wir irgendetwas für ihn tun können, wären wir mehr als glücklich."

Schon in seiner aktiven Zeit galt der aus einfachen Verhältnissen stammende Gascoigne als Enfant terrible. Auf dem Platz erreichte er bei den Fans mit seiner teils brillanten Spielweise und durch seine humoristischen Einlagen gegenüber Mitspielern, Trainern und Schiedsrichtern Kultstatus. Abseits des Spielfeldes geriet er durch häusliche Gewalt, Pöbeleien und seine unzähligen Sauftouren in die Schlagzeilen. (APA/sid, 05.02.2013)

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