Mehr Rechte für Direktoren, mehr Schutz für Lehrer

3. Februar 2013, 18:05
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ÖVP-Landesschulratschef ist für Versetzungsschutz

Wien - Auch aus der Schulaufsicht kommt Verständnis für die Forderung der Lehrergewerkschaft nach speziellem Schutz für Lehrer im neuen Dienstrecht, wie ihn Chefverhandler Paul Kimberger (FCG) im STANDARD gefordert hat. Er will "Mechanismen zum Schutz vor Willkür und Druck von außen" verankert sehen und nicht bloß ein "reines Vertragsverhältnis".

Fritz Enzenhofer, Landesschulratspräsident in Oberösterreich, erklärt im STANDARD-Gespräch: "Gerade dort, wo Lehrer Gutachten abgeben - und Noten sind ein Sachverständigengutachten -, sollen sie kein Problem haben, den Beruf weiter auszuüben, auch wenn jemand Druck ausübt." Dieser Druck könne von Eltern kommen, aber auch "behördlich sein", also Fälle, in denen "Lehrer vor dem Dienstgeber geschützt werden müssen", sagt der Sprecher der VP-Landesschulratspräsidenten. Unter Schutz meint er etwa Versetzungsschutz. "Pragmatisierung wird nicht machbar sein, der Begriff ist einfach total negativ besetzt, da denken alle an einen Faulen hinterm Kasten." Aber gerade angesichts der auch völlig zu Recht immer diskutierten Stärkung der Rechte der Direktoren seien Schutzmechanismen für Lehrer eine berechtigte Forderung.

Grüne gegen "Schulproporz"

Grünen-Bildungssprecher Harald Walser lenkt Lehrervertreter Kimbergers Forderung nach Schutz vor Willkür und Druck vor allem durch die Eltern in eine andere Richtung: "Ich ersuche ihn, damit in Niederösterreich zu beginnen, wo Lehrkräfte unter massivem parteipolitischem Druck stehen. Das Land ist im Schulsystem seit Jahren ein Synonym für parteipolitisch motivierte Postenbesetzungen. Wenn eine Kandidatin oder ein Kandidat nicht in das gewünschte parteipolitische Proporzschema passt, kann es da schon mal passieren, dass eine Stelle ein Jahrzehnt lang nicht besetzt wird." - Etwa an der Tourismusschule Krems, an der es seit 2003 keine fixe Direktion gibt. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 4.2.2013)

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