Schlierenzauer nach Harrachov-Doppel Weltcup-Rekordmann

3. Februar 2013, 15:58
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Tiroler sichert sich beim Skifliegen in Harrachov beide Tagessiege und übertrifft mit den Erfolgen 47 und 48 die Nykänen-Marke

Harrachov - Gregor Schlierenzauer ist der erfolgreichste Athlet in der Geschichte des Skisprung-Weltcups. Der gerade einmal 23 Jahre alt gewordene Tiroler landete am Sonntag beim Skifliegen in Harrachov seine 47. und 48. Einzelsiege und übertraf damit die bisherige Rekordmarke des Finnen Matti Nykänen (46). "Jetzt darf ich es sagen. Ich glaube, ich bin eine Legende", sagte der sichtlich emotionalisierte Überflieger.

Zieh

Im ersten Springen hatte ihm Skiflug-Weltmeister Kranjec ein packendes Duell geliefert. Nach 193,5 Metern und knapper Führung im ersten Durchgang segelte Schlierenzauer im Finale auf 211 Meter, musste nach einem Kacherl-Aufsprung aber zittern. "Es ist unglaublich schön", jubelte der Stubaier, der 13 seiner 48 Weltcupsiege auf Skiflug-Schanzen eingefahren hat. "Das ist etwas, das man nicht planen kann. Das Leben ist ziemlich geil zur Zeit." Letztendlich hatte der neue Rekordhalter 0,3 Punkte Vorsprung auf Kranjec.

In der zweiten Konkurrenz sicherte sich Schlierenzauer den Sieg vor dem Tschechen Jan Matura (187,2 Punkte/194,5 Meter) und dem Slowenen Jurij Tepes (186,1/193,5), der noch am Vormittag über die Weitenmessung hinausgeflogen war. Der Tiroler holte sich nach einem Satz auf 197,5 Meter mit 191,8 Punkten seinen 48. Weltcupsieg.  Auch der Bewerb am Nachmittag war von schwierigen Bedingungen geprägt und wurde nach nur einem Durchgang entschieden. Wolfgang Loitzl belegte Rang sieben, Martin Koch Platz neun.

Luft nach oben

Den Rekord fixierte er auf den Tag genau 74 Monate nach seinem ersten Weltcupsieg am 3. Dezember 2006 in Lillehammer. Mit seinen jungen Jahren scheinen Schlierenzauer keine Grenzen gesetzt. Kein Springer vor ihm hat dem Weltcup in dieser Manier seinen Stempel aufgedrückt. "Alles, was jetzt noch kommt, ist gut für meine Fotogalerie", sagte der begeisterte Fotograf. Die nordische WM in zwei Wochen in Val di Fiemme etwa.

Zahlreiche Topspringer hatten das Skifliegen in Tschechien ausgelassen, um sich bestmöglich auf das Großereignis vorzubereiten - darunter auch die ÖSV-Asse Thomas Morgenstern und Andreas Kofler, der Deutsche Severin Freund oder die stärksten Norweger. Auf der schwierigen Certak-Schanze traten nur vier der besten zehn Athleten im Weltcup an.

Schlierenzauer nutzte es, um seinen Vorsprung im Gesamtweltcup weiter auszubauen. Der im Vorjahr knapp verpasste Titel scheint dem zweifachen Sieger der Vierschanzentournee kaum mehr zu nehmen. Selbst eine schwierige Situation im ersten Durchgang meisterte er, als wegen starken Aufwindes mehrmals der Anlauf verkürzt werden musste.

Weiter als erlaubt

Für die spektakulärste Szene sorgte am Vormittag der Slowene Jurij Tepes, der beim ersten Flug vom Wind erfasst wurde und weit in den Radius hinuntersegelte. Der 23-Jährige stürzte, blieb aber unverletzt und jubelte ausgelassen. Tepes hatte sogar die Video-Weitenmessung übertroffen, in die Wertung kamen 220 Meter. "Es war noch weiter als 220 Meter", versicherte Tepes. "Es war ein bisschen gefährlich, aber ich mag solche Flüge." Am Ende reichte es trotz Sturzes zu Rang neun. (APA/red, 3.2.2013)

Ergebnis Skifliegen in Harrachov I

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