Mali: Österreich beteiligt sich mit "unter zehn" Ärzten und Sanitätern

2. Februar 2013, 12:46
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Darabos: "Müssen einen sichtbaren und solidarischen Beitrag leisten"

München - Das Bundesheer wird sich nun doch am EU-Einsatz in Mali beteiligen. Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) erklärte am Rande der Sicherheitskonferenz in München, dass "unter zehn" Ärzte und Sanitäter des Jagdkommandos in das westafrikanische Land geschickt werden. Dieser Bereich sei in der geplanten Ausbildungsmission der EU noch nicht voll abgedeckt gewesen, deswegen hätte er sich in Absprache mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) dazu entschieden, die militärmedizinische Komponente loszuschicken.

Wann der Einsatz beginnen wird, ist noch unklar. Die Kampfhandlungen in Mali sind laut Darabos beinahe abgeschlossen, die Entscheidung über den Entsendungstermin liege aber bei der EU. Die Mission wird insgesamt 240 Soldaten umfassen, 160 davon sind Ausbildner für die malische Armee. Der Rest sind Unterstützer. Insgesamt beteiligen sich 20 EU-Staaten an der Mission. Am Dienstag wird es eine Truppenstellerkonferenz in Brüssel geben.

"Müssen einen Beitrag leisten"

Darabos: "Österreich hat sich im Tschad schon Afrikaerfahrung angeeignet. Hier bei der Sicherheitskonferenz ist einmal mehr klar geworden, dass wir auch einen sichtbaren und solidarischen Beitrag leisten müssen." Wichtig sei, dass sich die Jagdkommando-Soldaten auch selbst schützen können. Ihr Auftrag sei die medizinische Versorgung der Mission, dazu käme aber sicher auch die humanitäre Versorgung von Zivilisten.

Kosten für die Mission: "Wir rechnen mit 70.000 Euro pro Soldat für ein Jahr", antwortete Darabos auf die Frage des STANDARD. Ersetzt werden die Kosten, wie bei Einsätzen der UNO, nicht.

Auch Deutschland wird sich in Mali beteiligen. das Kontingent der Bundesrepublik soll 40 Mann umfassen, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Samstag in München. (Christoph Prantner, derStandard.at, 2.2.2013)

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    Verteidigungsminister Norbert Darabos schickt Ärzte und Sanitäter nach Mali.

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