Stenzel bestreitet Wechsel zu Stronach

1. Februar 2013, 21:53
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Eine eigene Liste sei nicht ausgeschlossen, noch will sie aber für VP kandidieren

Wien - Eine Meldung, Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP) sei vom Überlaufen ihrer Stellvertreterin Jessi Lintl zum Team Stronach hart getroffen, interpretiert Karl Newole von der Bürgerliste "Wir im Ersten" als Indiz, dass auch Stenzel die Farbe wechseln könnte und zu Stronach überläuft.

"Das ist meines Erachtens nur eine Frage der Zeit", so Newole. Stenzel habe in der eigenen Partei nur mehr wenig Rückhalt, Lintl als enge Vertraute sei lediglich die Vorhut für Stenzel. Die ÖVP müsse erkennen, dass man mit Stenzel zwar Schlagzeilen machen könne, aber keine wirkungsvolle Politik. Newole: "Es liegt förmlich in der Luft, dass sie entweder die Partei wechselt oder sich mit einer eigenen Liste absetzt."

Tatsächlich begrüßten sich die Bezirksvorsteherin und ihre Vize am Dienstagabend überraschend herzlich bei einem Pressetermin, obwohl just an dem Tag der Übertritt von Lintl zum Team Stronach offiziell gemacht wurde.

Stenzel hatte auch in der Vergangenheit oftmals betont, wie wenig sie mit der Parteiführung der Stadtschwarzen zufrieden sei. "Die Wiener VP holt den Bürger einfach nicht mehr ab", lautet ihr Urteil. Interpretationen über einen Wechsel halte sie dennoch für nicht gerechtfertigt.

Bis zur nächsten Wahl in Wien seien es noch gut drei Jahre, daher sei es zu früh, darüber zu spekulieren, wie sie bei der Wahl antritt. "Bei Stronach sehe ich mich schon gar nicht, der ist nicht mein Fall", sagt sie auf Nachfrage. Ob sie sich stattdessen vorstellen könnte, mit einer eigenen Liste anzutreten? "Es ist nie irgendetwas ausgeschlossen. Aber momentan gehe ich davon aus, wenn mich die VP wieder aufstellt, für sie weiterzumachen", sagt Stenzel.

Im Team Stronach reagiert man überrascht, für unmöglich hält Klubchef Robert Lugar Gespräche mit Stenzel anfänglich allerdings nicht. "Da muss ich nachfragen." Nachdem er sich in der Partei umgehört hat, ob jemand davon etwas weiß, wiegelt er ab: "Nein, ich kann das nicht bestätigen." (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 2./3.2.2013)

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