"Ich hasse lesen"

1. Februar 2013, 17:42
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In Zweierteams sollen Beautys und Nerds nun voneinander das Wichtigste lernen

ProSieben hat neuerdings eine soziale Ader. Damit hochintelligente, aber sozial minderbegabte Burschen auch einmal ein paar hübsche Mädels sehen, gibt es seit Donnerstag Beauty and the Nerd: eine Luxusvilla, acht Horste, acht Püppchen. Letztere sind großteils wasserstoffblond und Stewardess, Hostess oder Model.

Im Steckbrief einer der Frauen heißt es, sie habe bereits mit zwölf Jahren "die Männerblicke auf sich gezogen". Keine Kinderverzahrer sind damit gemeint. Für ein echtes Beauty sind Männerblicke eben eine Auszeichnung.

Schlimm sind ganz andere Dinge: "Ich hasse lesen." Dafür gibt es schließlich die Nerds. Die tragen komische Klamotten und komische Frisuren. Sie sprechen Programmiersprache, Elbisch und Klingonisch.

In Zweierteams sollen Beautys und Nerds nun voneinander das Wichtigste lernen: die Frauen, wie man "Gravitationskraft" ausspricht, die Männer, wozu man ein Glätteisen braucht. Heraus kommt Sexismus pur. Die Herren müssen sich an testosteronstrotzenden Rollenklischees à la James Bond messen lassen und "ihr" Mädchen beschützen.

Die Frauen dürfen mit ihrer bodenlosen Dummheit kokettieren und dabei Bikinis oder Schulmädchenuniformen (!) tragen. So klug können die Burschen nicht sein. Sonst hätten sie sich diesen Stumpfsinn erspart. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 2./3.2.2013)

  •  "Beauty and the Nerd" auf ProSieben.
    foto: prosieben

     "Beauty and the Nerd" auf ProSieben.

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