Weibchen suchen sich manchmal den Verlierer aus

3. Februar 2013, 13:33
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Haben weibliche Atlantik-Kärpflinge den Kampf der Männchen gesehen, so wählen sie oft den Verlierer aus

Frankfurt - Männliche Atlantik-Kärpflinge kämpfen intensiv miteinander; am Ende des Kampfes wird das unterlegene Tier verjagt. Dass aber nicht immer der Sieger alles bekommt - wie in der Natur meist üblich -, zeigt sich gerade bei dieser Fischart: Wie die Biologen David Bierbach und Martin Plath von der Goethe-Universität Frankfurt zeigen konnten, wählen Weibchen, die den Kampf beobachtet haben, eher das Verlierermännchen aus.

Die Forscher spielten Weibchen des lebendgebärenden Atlantik-Kärpflings (Poecilia mexicana) Videos nahe am Versuchsbecken vor. Bei Videos von zwei etwa gleich großen Männchen zeigten die Weibchen wie erwartet keine Präferenz für einen der potentiellen Partner, denn sie geben normalerweise dem größeren Männchen den Vorzug. Sie hielten sich neben beiden Videos gleich häufig auf. Kämpften die zuvor gesehenen Männchen in den Videos aber miteinander und gab es einen klaren Sieger, so verbrachten die Weibchen nun überraschenderweise mehr Zeit bei dem Verlierermännchen.

Warum dies von Vorteil sein könnte, erforschten die Biologen weiter und stellten fest, dass die Gewinner nach dem Kampf sexuell deutlich aktiver waren, was auf die erhöhte Ausschüttung von Sexualhormonen nach dem Sieg zurückzuführen ist. Für die Weibchen sei die gesteigerte Paarungsrate allerdings wenig vorteilhaft, weil sie dadurch Zeit zum Fressen verlieren und auch häufigere Verletzungen ihres Genitaltraktes in Kauf nehmen müssten. "Unsere Studie zeigt, wie stark das weibliche Partnerwahlverhalten von Informationen aus dem sozialen Umfeld abhängt und wie kompliziert auch das Liebesleben eines Fischweibchens sein kann", so die Wissenschafter. (red, derStandard.at, 3.2.2013)

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