Die Retter der Ski-WM

3. Februar 2013, 13:20
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Ein Blick hinter die Kulissen des rettungsdienstlichen Rotkreuz-Großeinsatzes bei der FIS Alpine Ski WM 2013

"Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet," sagt Ewald Bauer. Als Rotkreuz-Bezirksrettungskommandant von Liezen ist er für die "rettungs- und sanitätsdienstliche Versorgung" der alpinen Ski-WM in Schladming zuständig.

Hinter dieser einfachen Feststellung steht ein komplexes Konzept. Bauers Team besteht aus 1.030 Rotkreuz-Mitarbeitern, die während der zweiwöchigen Veranstaltung täglich über 12 Stunden lang für die rettungs- und sanitätsdienstliche Erstversorgung von etwa 32.000 WM-Teilnehmern und Zuschauern im Einsatz sind. Mehr als ein Jahr Planungsarbeit steckt in der Koordination von Notärzten, Sanitätern und Kriseninterventionsmitarbeitern welche im Veranstaltungsgelände rund um die Schladminger Planai im Einsatz sein werden.

Anlaufstelle Rettungssanitäter

"Auf den Tribünen und im Gelände können wir mit Rettungsfahrzeugen nicht zufahren, deshalb setzen wir so genannte Gehstreifen ein", erklärt Bauer. "Das Veranstaltungsgelände ist in Planquadrate unterteilt, in denen acht bis neun Teams, die jeweils aus zwei bis drei Rettungssanitätern bestehen, patrouillieren. Sie sind die ersten Anlaufstellen für die WM-Besucher mit gesundheitlichen Problemen." 

Die Rasterung des Geländes erleichtert die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte und ist Grundlage für eine rasche Notfall-Versorgung. "Im WM-Stadion sind zirka 30.000 Besucher zugelassen. In dieser Menschenmenge einen Verletzten zu finden, wäre ohne Struktur die Suche nach der Nadel im Heuhaufen."

Ambulanzcontainer und Sanitätshilfestelle

Zusätzlich sind beim WM-Stadion und auf dem Schladminger Hauptplatz Ambulanzcontainer während der Veranstaltungszeiten besetzt. Für den Transport der Patienten stehen insgesamt acht  Rettungswagen, ein Notarztwagenund ein Notarzteinsatzfahrzeug bereit. Das medizinische Highlight ist eine Sanitätshilfstelle, die in der Tiefgarage direkt unter der WM-Arena aufgebaut wurde und von den Mitarbeitern der Rotkreuz Hilfseinheit betrieben wird.

"Damit können wir sehr schnell und direkt vor Ort kleinere Verletzungen wie Schnittwunden oder Frakturen genauso wie schwere Unfälle behandeln", sagt Rotkreuz-Pressesprecher Gilbert Sandner. "Die Sanitätshilfsstelle verfügt über zwölf Betten und drei voll ausgestattete Akut-Notfallplätze mit EKG-Monitoring und Beatmungsgeräten, an denen auch lebenserhaltende chirurgische Eingriffe möglich sind." Vier Notärzte und Notfallsanitäter kümmern sich dort um die erste Versorgung und Stabilisierung der Patienten.

Verbindung über Digitalfunk

Zu der rettenden Rotkreuz-Struktur in Schladming gehört auch eine mobile Leitstelle. In der Kommunikationszentrale des Großeinsatzes laufen die Fäden für die Einsätze zusammen. In der Leitstelle gehen die Notrufe ein, der Disponent entscheidet über die notwendigen Einsatzmittel. Das Spektrum der Einsatz- oder Rettungsmittel reicht von der Gehstreife mit Tragetuch über Kriseninterventionsteams, Rettungs- und Notarztfahrzeuge bis zum Rettungshubschrauber. Die Einsatzkräfte von Rotem Kreuz, der Polizei, der Bergrettung und den Feuerwehren sind im Einsatzgebiet untereinander über Digitalfunk verbunden. Somit ist ein schnelles, effektives und koordiniertes Vorgehen bei Einsätzen sichergestellt.

Während der Ski-WM sind jeden Tag bis zu 110 Rotkreuz-Mitarbeiter während der Rennen und bei den Abendveranstaltungen im Einsatz. Sie kommen aus der Steiermark mit Verstärkung aus dem benachbarten Oberösterreich. Die Generalprobe für den WM-Einsatz haben viele von ihnen schon beim Weltcup-Finale im März des Vorjahres absolviert. "Diese Erfahrung und die Betreuung der Schladminger Nachtslaloms mit über 50.000 Besuchern halfen uns bei der Entwicklung verschiedener Szenarien, auf die wir uns vorbereitet haben", erläutert Bezirksrettungskommandant Bauer.

Damit die Rotkreuz-Mitarbeiter die Beschwerden des vielsprachigen WM-Publikums auch richtig einordnen können, steht ihnen eine eigens erarbeitete Übersetzungshilfe in den vielen Sprachen der Teilnehmerländer zur Seite. (Gabriela Poller-Hartig, derStandard.at, 1.2.2013)

WM-Einsatz in Zahlen

Mehr als 1030 Rotkreuz-Mitarbeiter, darunter 52 Notärzte werden während der Ski-WM im Einsatz sein. An den Renntagen versehen rund 110 Mitarbeiter gleichzeitig Dienst. Die Einsätze beginnen 1,5 Stunden vor den Rennen und enden mit den Abendveranstaltungen um 23 Uhr. Außerdem sind die acht Rotkreuz-Dienststellen im Bezirk Liezen rund um die Uhr besetzt. In Summe werden für die FIS Alpine SKI WM 2013 täglich an die 17 Rotkreuz-Fahrzeuge eingesetzt. 

Aktuelle News in "Echtzeit" über den Einsatz des Roten Kreuzes während der FIS Alpine SKI WM 2013 in Schladming unter www.roteskreuz.at/liezen.

  • Rotes Kreuz hier im Einsatz beim Weltcup-Finale.
    foto: rotes kreuz liezen

    Rotes Kreuz hier im Einsatz beim Weltcup-Finale.

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