OMV durch EconGas-Rückstellungen belastet

1. Februar 2013, 08:44
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Die Produktion ist leicht unter den beiden Vorquartale gesunnken, auch die Raffineriemarge nahm ab

Wien - Die Ergebnisse des Ölkonzerns OMV sind im 4. Quartal durch Netto-Sonderaufwendungen von rund 120 Millionen Euro im Zusammenhang mit Rückstellungen für drohende Verluste der Tochter EconGas belastet worden. Ferner haben Ölpreis-Absicherungen (Hedges) das Betriebsergebnis (EBIT) mit 36 Millionen Euro belastet, gab das Unternehmen im Quartalszwischenbericht (Trading Statement) bekannt. Die Raffineriemarge verschlechterte sich gegenüber dem Vorquartal, und die Gesamtproduktion des OMV-Konzerns lag mit 301.000 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag - davon praktisch unverändert 183.000 boe/d bei Petrom - leicht unter den beiden Vorquartalen.

Grund für den Förderrückgang waren primär temporäre Produktionspausen in Libyen infolge lokaler Protestaktionen, ferner die Sabotage einer Exportpipeline im Jemen sowie Wartungsarbeiten in Neuseeland. Die Verkaufsmengen lagen in Q4 aber leicht über dem Vorquartal.

Raffineriemarge

Die OMV-Referenz-Raffineriemarge lag zu Jahresende mit 4,03 Dollar pro Fass (bbl) unter dem Vorquartal (5,28 Dollar), aber ungefähr auf Frühjahrsniveau (4,15 Dollar in Q2); Ende 2011 hatte sie sogar nur 1,77 Dollar/bbl betragen. Der Raffinerie-Ausstoß der OMV lag diesmal mit 4,91 Mio. t auf Vorquartalshöhe (4,87 Mio. t).

Die Erdgas-Verkaufsmengen legten im 4. Quartal gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr von 100,39 auf 128,67 Terawattstunden (TWh) zu, davon entfielen 14,44 (9,24 TWh) auf Petrom. Hauptursache für den Anstieg der Erdgas-Verkaufsmengen im Jahresabstand (Q4/11: 91,62 TWh) waren laut OMV wesentlich höhere Handelsaktivitäten. Die Handelsmengen hätten rund 65 Prozent der gesamten Erdgas-Verkaufsmengen ausgemacht.

Der Performance der Gasgroßhandelstochter EconGas sei - aufgrund der signifikanten Spanne zwischen langfristigem ölpreisgebundenen Gasbezug und hubpreisgebundenen Verkäufen - weiterhin negativ, so die OMV.

Transport- und LNG-Kapazitätsbuchungen

Zu den Sondereffekten im Schlussquartal 2012 heißt es, die Q4-Ergebnisse würden aufgrund von Drohverlust-Rückstellungen, die in diesem Quartal gebucht wurden und vertraglich vereinbarten, langfristigen Transport- und LNG-Kapazitätsbuchungen von EconGas zuzurechnen waren, Netto-Sonderaufwendungen von rund 120 Millionen Euro beinhalten.

Weitere Sonderaufwendungen in Q4 seien durch den Ertrag der - im Sommer bekanntgegebenen und im 4. Quartal finalisierten - Veräußerungen in der britischen Nordsee kompensiert worden. Die Konzern-Steuerquote werde, begünstigt durch einen stärkeren Ergebnisbeitrag von Petrom, für das 4. Quartal auf niedrigerem Niveau als im Vorquartal erwartet.

Die vollständigen Vorjahresergebnisse wird die OMV am 21. Februar mitteilen. (APA, 1.2.2013)

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