Radprofi Rasmussen gesteht Doping und nennt Helfer und Mitwisser

1. Februar 2013, 14:24
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"Ich habe Epo, Wachstumshormone und auch Cortison benutzt, und außerdem habe ich Bluttransfusionen bekommen"

Amsterdam - Der dänische Radprofi Michael Rasmussen hat ein Dopinggeständnis abgelegt und seinen sofortigen Rücktritt erklärt. "Ich habe Epo, Wachstumshormone und auch Cortison benutzt, und außerdem habe ich Bluttransfusionen bekommen", sagte der 38-Jährige auf einer Pressekonferenz in Herning. Wie Rasmussen bekannt gab, nahm er zwischen 1998 und 2010 verbotene leistungssteigernde Substanzen.

Zugleich entschuldigte sich der Kletterspezialist bei den Menschen, die er über Jahre hinweg belogen hat. Rasmussen kündigte eine Zusammenarbeit mit allen Anti-Doping-Instanzen an, um den Radsport zu säubern. Er habe auch Mittäter, Mitwisser und Helfer seiner jahrelangen Dopingvergehen genannt. "Ja, ich habe über andere Fahrer ausgesagt, über Trainer, die halfen, und woher die Produkte kamen", berichtete er der niederländischen Tageszeitung "De Telegraaf" (Freitag-Ausgabe).

Rasmussen hat gegenüber Vertretern der dänischen Anti-Doping-Agentur, der Weltagentur WADA, der amerikanischen USADA und niederländischen Stellen ausgesagt. "Überall habe ich alles offengelegt. Nirgendwo habe ich Halbwahrheiten gesagt", betonte er. Details dürfe er nicht verraten, solange die offiziellen Untersuchungen nicht abgeschlossen sind. Außerdem habe er mit seinem ehemaligen Team einen "Geheimhaltungsvertrag" abgeschlossen, "durch den es mich viel Geld kosten würde, wenn ich über die Vergangenheit rede".

Mit den Aussagen erhoffen sich Behörden, bei der Suche nach Hintermännern des offenbar systematischen Betrugs bei Rabobank einen Schritt weiter zu kommen. Vor Rasmussen hatten bereits einige andere Rabobank-Fahrer Dopingpraktiken im Team, für das der Steirer Peter Luttenberger 1997 und 1998 gefahren war, gestanden.

Rasmussen war 2007 von Rabobank während der Tour de France suspendiert worden, er hatte zu diesem Zeitpunkt das Gesamtklassement angeführt. Zuvor war bekannt geworden, dass er falsche Angaben über seinen Aufenthaltsort gemacht und sich so Dopingkontrollen entzogen hatte. Im gleichen Jahr wurde Rasmussen vom Radsport-Weltverband UCI für zwei Jahre gesperrt. (sid/red, 1.2. 2013)

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    Rasmussen will nun mithelfen, den Radsport zu säubern.

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