Schlafzimmerhirsch

30. Jänner 2013, 17:01
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Für die Serie "Wie leben die Seitenblicke ohne Heinzl" stießen wir auf einen Bericht zum Jägerball

Für die Serie "Wie leben die Seitenblicke ohne Heinzl" stießen wir auf einen Bericht zum Jägerball. Und tatsächlich - hier wurde Arbeit geleistet. Es hätte nur noch gefehlt, all die ausgestellten ausgestopften Hasen und Wildschweine zu befragen, was sie beim Empfang einer Jägerkugel empfunden haben.

Doch niemand ist perfekt; und auch so war's ja lehrsam. Den niederösterreichischen Landeshauptmann einherschreiten und Alfons Mensdorff-Pouilly wieder Bestlaune zelebrieren zu sehen war da nur die Zugabe zum Espritreigen, den die "Seitenblicke"-Frager provozierten.

Zeitgenossen, die mit Gewehren fürs Gleichgewicht in der Natur sorgen, sind zudem Schützen klarer Worte. Christian Konrad, ehemaliger Jägerlandesmeister, hielt etwa "ausgestopfte Wildschweine für Unfug". Das sei "für Nichtjäger, die nicht wissen, wie ein Hase aussieht". Konrad hätte Christine Reiler (Ex-Miss, Ärztin) somit zugeprostet, die fand, dass so ein ausgestopfter "Hirsch im Schlafzimmer nicht so gut" käme.

Diesbezüglich blieb Josef Pröll, Landespirschmeister, zwar stumm. Er unterbrach aber seine Jagd nach dem Weinglas, um zu beruhigen: "Alkohol hat für uns vor und während der Jagd absolut nichts verloren."

Auch die Ballsaison ist natürlich Hatzsaison. Frau Kummer, ORF-Wetterdame, bestritt jedenfalls ihre Absichten nicht. Sie nannte als Jagdziel "Frischfleisch", was die ausgestopften Schweine enttäuschte. Seitenblicke-Seher erfüllte es indes mit der Erwartung eines noch mehr in die Tiefe gehenden Jagdnachberichts. Falls eine Steigerung möglich wäre. (Ljubiša Tošic, DER STANDARD, 31.1.2013)

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