Assessment Center sind weiter in Mode

4. Februar 2013, 10:43
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27 der Dax 30-Unternehmen praktizieren das Personalkarussell - Die häufigste Zielgruppe sind Nachwuchsführungskräfte

Assessment Center sind in Deutschland weiter populär. Von den Dax 30-Unternehmen, also den größten an der Frankfurter Börse notierten Betrieben, setzen 27 auf diese Art der Rekrutierung - intern und extern. Das ergab eine aktuelle Studie des "Arbeitskreises Assessment Center". Analysiert wurden insgesamt 125 Organisationen in allen Branchen, darunter befinden sich die Dax 30-Unternehmen.

83 Prozent der Betriebe wenden Assessment Center sowohl für externe Bewerber als auch für interne Mitarbeiter an. Verglichen mit den Ergebnissen von 2008 sind solche Auswahlverfahren weiter auf dem Vormarsch, heißt es in der Studie. Zurückgegangen ist in den letzten Jahren hingegen der Anteil der Verfahren für die Positionierung der eigenen Mitarbeiter. Von 26 Prozent im Jahr 2008 auf 8,3 Prozent im Jahr 2012.

Personalauswahl steht an erster Stelle

Bei den Verfahren dienen 47 Prozent der Personalauswahl, 36 Prozent kommen für eine Potenzialanalyse zum Einsatz, intern und extern, und 16 Prozent reihen die Studienautoren in die Kategorie "Entwicklungs-Assessment Center". Die häufigste Zielgruppe für das Personalkarussell sind Nachwuchsführungskräfte. Auf dem Prüfstand stehen, das hat sich in den letzten Jahren nicht geändert, hauptsächlich die Kriterien Kommunikation, Durchsetzungskraft und Analysefähigkeit.

Das typische Design eines Assessment Centers besteht der Studie zufolge aus "Präsentation, Gesprächssimulation, Interview, Fallstudie, Gruppendiskussion,
Persönlichkeitstest, Leistungstest und Postkorb". Unter der Postkorb-Übung versteht man das Setzen von Prioritäten. Teilnehmer bekommen einen Stapel Papier mit verschiedenen Aufgaben serviert, die sie in kurzer Zeit erledigen müssen.

Gruppendiskussionen werden weniger

Generell werden Verfahren individueller, etwa mit persönlichen Interviews. Gruppendiskussionen befinden sich im Sinkflug, auch wenn sie noch in 60 Prozent der untersuchten Assessment Center zum fixen Bestandteil gehören. Im Jahr 2008 lag der Prozentsatz noch bei 80 Prozent.

Ein weiterer Trend ist das Engagement von Externen, die beim Assessment Center in die Beobachterrolle schlüpfen. Sie sind bei über 50 Prozent der Verfahren dabei. Die meisten Beobachter sind nach wie vor Führungskräfte und Mitarbeiter der Personalabteilung, so die Studienautoren. Persönliches Feedback erhalten die Teilnehmer in den meisten Verfahren.

Sieben oder weniger Teilnehmer

Im Vergleich zu den letzten Jahren wurden mehr "Assessment Center" durchgeführt, 55 Prozent der Firmen berichteten von gesteigerten Aktivitäten, jedoch mit weniger Teilnehmern. Fast 60 Prozent der Verfahren fanden 2012 mit sieben oder noch weniger Personen statt. 14 Prozent sind reine Einzel-Assessments - in diesen Fällen ging es meistens um die Besetzung von Managementpositionen. (om, derStandard.at, 4.2.2013)

  • Wer bleibt übrig? Die meisten Assessment Center dienen der Personalauswahl.

    Wer bleibt übrig? Die meisten Assessment Center dienen der Personalauswahl.

  • Der Einsatz von Assessment Center ist weiter im Vormarsch. Die Studie wurde zum dritten Mal durchgeführt.
    grafik: arbeitskreis assessment center

    Der Einsatz von Assessment Center ist weiter im Vormarsch. Die Studie wurde zum dritten Mal durchgeführt.

  • Welche Assessment-Übungen setzen die Firmen ein?
    grafik: arbeitskreis assessment center

    Welche Assessment-Übungen setzen die Firmen ein?

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