Neue Pläne für Austria Tabak Hainburg

30. Jänner 2013, 13:59
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Aus der ehemaligen Tabakfabrik soll ein architektonisch hochwertiges Fachmarktzentrum entstehen, außerdem 160 Wohnungen und Gastronomie

Wo bis vor eineinhalb Jahren noch Zigaretten produziert wurden, wird man möglicherweise schon bald Wohnen und Shoppen können: Aus dem einstigen Austria-Tabak-Werk im niederösterreichischen Hainburg soll um 40 Millionen Euro "ein hochwertiges Fachmarktzentrum mit ansprechender Architektur" entstehen, außerdem 160 Wohnungen sowie ein Fachmarktzentrum. Entsprechende Pläne stellte die niederösterreichische Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) am Mittwoch vor. "Das Angebot soll einen Mix aus Wohnbau, Einzelhandel und Gastronomie umfassen", so die Landespolitikerin in einer Aussendung.

40-Millionen-Investition

2011 war die Produktion im Tabakwerk stillgelegt worden, ein Jahr später wurde die 5,7 Hektar große Liegenschaft im Zentrum Hainburgs, zu der auch Teile der alten Stadtmauer gehören, von der Firma Halpin erworben. Diese will nun gemeinsam mit der Gemeinnützigen Donau-Ennstaler Siedlungs-Aktiengesellschaft (Gedesag) das Areal entwickeln.

Halpin-Geschäftsführer Eduard Halmschlager und Gedesag-Chef Alfred Graf rechnen mit Gesamtkosten von bis zu 40 Millionen Euro. "Damit sollen einerseits Wohnraum in Form von 160 Wohnungen bzw. Betreutem Wohnen entstehen, andererseits auch 13.000 Quadratmeter Geschäftsfläche geschaffen werden", gab Halmschlager bekannt. Weiters sollen 300 Parkplätze im Erdgeschoß, 150 Parkplätze in einer Tiefgarage, 100 Parkplätze speziell für die Mitarbeiter sowie eine Photovoltaikanlage auf den Dachflächen errichtet werden.

Das Gebäude werde in seiner Substanz erhalten bleiben und thermisch verbessert, versprach Graf. Die Wohneinheiten werden in mehreren Etappen realisiert.

Aus kam schleichend

Die Schließung des Werks war im Mai 2011 bekannt gegeben worden. Das Aus kam schleichend, beginnend mit der Privatisierung im Jahr 2001 unter der schwarz-blauen Bundesregierung. Damals kaufte der britische Tabakkonzern Gallaher den ehemaligen Monopolisten. 2007 wurde Gallaher seinerseits vom japanischen Tabakriesen Japan Tobacco International (JTI) übernommen. Im selben Jahr wurden in Hainburg noch bis zu 20 Milliarden Zigaretten produziert. 2010 waren es noch zehn Milliarden Stück. (red, derStandard.at, 30.1.2013)

  • Diese Aufnahme des Tabak-Werks in Hainburg stammt aus dem Jahr 2011 und zeigt noch das Logo des damaligen Eigentümers Japan Tobacco International.
    foto: apa/schneider

    Diese Aufnahme des Tabak-Werks in Hainburg stammt aus dem Jahr 2011 und zeigt noch das Logo des damaligen Eigentümers Japan Tobacco International.

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