Schimpansen schauen sich Umgang mit Werkzeug von anderen ab

2. Februar 2013, 21:06
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Aktuelle Studie zum Lernen durch genaue Beobachtung: Affen ändern Strategie nur, wenn sie mit eigener Technik unzufrieden sind

San Francisco/Kyoto - Schimpansen lernen den Umgang mit Werkzeugen von anderen Artgenossen oder Menschen. Voraussetzung ist, dass die Affen mit ihrer eigenen Technik unzufrieden sind, wie das internationale Forscherteam um Autor Shinya Yamamoto von der japanischen Universität Kyoto im Online-Fachjournal "PLOS ONE" schreibt. Eine Gruppe von Affen hatte auf zwei unterschiedlichen Wegen Saft mit einem Strohhalm getrunken. Sobald die Schimpansen bei ihren Artgenossen oder einem Menschen die effizientere Technik sahen, übernahmen sie diese.

Entscheidend sei aber, dass sich die Methoden nicht in ihrem Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Nach Angaben der Forscher beweist ihre Studie, dass sich Schimpansen genau wie Menschen durch soziales Lernen eine bessere Technik aneignen können. Dies geschehe durch genaue Beobachtung.

Bei der Studie sollten neun Schimpansen (Pan troglodytes) mit einem Strohhalm Saft aus einer Box trinken, die an der Wand befestigt war. In die Box führte nur ein kleines Loch. Vier Affen saugten den Saft durch den Strohhalm, die anderen fünf dippten den Strohhalm in den Saft und leckten die Spitze ab.

Genaues Zusehen

So lange die Affen allein waren, behielten sie ihre Methode bei. Als die Forscher die Affen mit Artgenossen zusammenbrachten, die die andere Technik benutzten, übernahmen vier der fünf Affen die Saug-Technik. Je genauer die Affen ihren Artgenossen zusahen, desto schneller übernahmen sie deren Methode. Der fünfte Affe änderte seine Technik, als er einen vertrauten Menschen beobachtete. Alle Schimpansen benutzten anschließend nur noch die Saug-Methode, mit der sie mehr Saft in kürzerer Zeit trinken konnten.

Manche Theoretiker hätten behauptet, dass Schimpansen sehr an bereits Erlerntem festhielten, selbst wenn es offensichtlich bessere Alternativen gebe, sagte Daniel Haun vom Leipziger Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie. Dies werde durch diese neue Studie eingeschränkt. Allerdings hätten die Autoren den Affen einen Strategiewechsel auch besonders leicht gemacht: "Die neue Strategie ist sehr nah an der bereits vorhandenen Strategie und der Zugewinn ist enorm! Die neue Strategie bringt doppelt so viel Saft in einem Zwanzigstel der Zeit." (APA/red, derStandard.at, 02.02.2013)

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    Schimpansen schauen sich einer aktuellen Studie zufolge einen cleveren Umgang mit Werkzeugen von anderen ab - allerdings nur, wenn sie mit ihrer eigenen Technik unzufrieden sind.

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