Erste österreichische Satelliten sollen Ende Februar ins All reisen

30. Jänner 2013, 13:01
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Verzögerungen wegen indisch-französischer Hauptnutzlast - Mini-Satelliten vermessen Helligkeitsschwankungen von Sternen

Graz/Neu-Delhi - Eigentlich hätte der Start der ersten österreichischen Satelliten bereits Herbst 2011 stattfinden sollen, doch die "Mitfahrgelegenheit" in den Orbit hat sich mehrmals verschoben. Nun musste der Starttermin der beiden Kleinsatelliten "TUGSAT 1" und "UniBRITE" neuerlich von Mitte Februar auf Ende Februar verlegt werden, teilte die Technische Universität Graz am Mittwoch mit. Schuld ist eine abermalige Verzögerung im Zusammenhang mit der Hauptnutzlast der Trägerrakete.

"Wir rechnen nicht mehr mit einer großen Startverzögerung", so Alice Senarclens de Grancy, Pressesprecherin der TU Graz. Die Launch-Koordinatoren des Satellitenprojektes an der Universität Toronto hätten keine Signale von der indischen Weltraumbehörde erhalten, dass sich der Start über den Februar hinaus verzögern könnte, hieß es.

Die Satellitenrakete, die als Hauptnutzlast einen indisch-französischen Fernerkundungsatelliten trägt, soll vom südindischen Dhawan Space Centre ins All befördert werden. Die Projektmitarbeiter der TU Graz sind bereits seit dem 19. Jänner vor Ort, haben an dem von ihnen verantworteten Satelliten TUGSAT 1 bereits die letzten Tests durchgeführt und bauen ihn nun in die Trägerrakete ein. TUGSAT 1 sei "startklar", hieß es vonseiten des österreichischen Projektverantwortlichen Otto Koudelka von der TU Graz. Für UniBRITE, den zweiten Nano-Satelliten, der im Auftrag der Uni Wien vom Space Flight Laboratory der Universität Toronto entwickelt wurde, wird diese Aufgabe von den kanadischen Projektpartnern übernommen.

Startbeobachtung von Österreich aus

Die beiden Experten werden wie geplant am 9. Februar nach Österreich zurückkehren und dem Start nicht vor Ort, sondern in der Bodenstation am Campus der TU Graz in der Inffeldgasse beiwohnen. Hier werden sie gespannt auf den Erstkontakt mit dem Satelliten, der rund vier Stunden nach Start erfolgen sollte, warten.

Die beiden österreichischen Satelliten sind Teil der internationalen Mission BRITE. Diese will mit insgesamt sechs kleinen Satelliten im Orbit Daten über Helligkeitsschwankungen von sehr hellen und massenreichen Sternen sammeln. Beteiligt sind je zwei Satelliten aus Österreich, Polen und Kanada. Forscher erhoffen sich von der Mission Verbesserungen der Theorien über den Ursprung und Aufbau von Sternen. Sie wollen damit zur Lösung des Rätsels um die Entstehung des Universums beitragen. (APA/red, derStandard.at, 30.01.2013)

  • UniBRITE in einem Reinraum an der Universität von Toronto. Wenn alles klappt, dann ist der Kleinsatellit Ende Februar im Orbit.
    foto: brite/tu graz

    UniBRITE in einem Reinraum an der Universität von Toronto. Wenn alles klappt, dann ist der Kleinsatellit Ende Februar im Orbit.

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