Stenzel zu Umbau von Schwedenplatz: "Mickey-Maus-Wettbewerb"

29. Jänner 2013, 21:47
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Bezirksvorsteherin der Wiener Innenstadt kritisiert ein Projekt, das Bürger einbinden will

Wien - Was die Schwedenplatz-Anrainer am meisten aufregt, war am Dienstagabend bereits nach den ersten Wortmeldungen klar: die betrunkenen, grölenden Jugendlichen, die, wie es ein Bewohner des Morzinplatzes formulierte, "um sechs Uhr früh dann als Alkoholleichen herumliegen".

Ursula Stenzel, die VP-Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, hatte in die Aula der Akademie der Wissenschaften zur Bürgerversammlung für die Neugestaltung des Schwedenplatzes geladen. Und die City-Bewohner kamen so zahlreich, dass man vor Beginn fast nicht mit dem Aufstellen zusätzlicher Sessel nachkam.

2206 Menschen haben sich beteiligt

Auf die Bedürfnisse der Menschen, die in der Innenstadt wohnen, wurde nach Stenzels Dafürhalten im bisherigen Bürgerbeteiligungsverfahren viel zu wenig eingegangen, wie sie sagte. Und so standen Dienstagabend Expertinnen der beziehungsweise im Auftrag der Stadt für Fragen und Anregungen ebenso zur Verfügung wie die Bezirksvorsteherin selbst und Gemeinderätin Jennifer Kickert von den Grünen.

Ihre Vorstellungen, wie der Schwedenplatz neu gestaltet werden soll, haben bisher 2206 Leute im Zuge des Bürgerbeteiligungsverfahrens deponiert. Die Vorschläge wurden jeweils zu den Teilbereichen Morzinplatz, Schwedenplatz zentral, Hotelvorplatz und Franz-Josefs-Kai gesammelt.

Grünräume und bessere Organisation

Die Wünsche reichten von mehr Grünflächen und konsumfreien Sitzgelegenheiten über eine bessere Organisation der Straßenbahnlinien und Haltestellen bis zu fußgängerfreundlichen Querungsmöglichkeiten.

Aus den gesammelten Beiträgen erstellen nun die Expertinnen bis Ende Mai ein Leitbild, das die Grundlage für den Gestaltungswettbewerb bilden soll. Die Anregungen aus der Bürgerversammlung sollen ebenfalls einfließen.

Stenzel fehlt "großer Wurf"

Alles schön und gut, doch die "üblichen Mickeymaus-Wettbewerbe" seien für ein Projekt wie den Schwedenplatz nicht weitreichend genug, findet Stenzel. "Mir fehlt bisher der große Wurf", sagt die schwarze City-Bezirkschefin im Gespräch mit dem STANDARD. Für die Bürgerbeteiligung sei der Bereich Schwedenplatz und Morzinplatz "in vier Teilstücke zersplittert worden", moniert sie. Die dortige Tankstelle ist ihr ein besonderer Dorn im Auge: "Die muss weg."

Ob sie an eine eigene Bürgerbefragung im Ersten denkt? "Nein", sagt Stenzel, "die Verantwortung liegt ganz alleine bei Planungsstadträtin Vassilakou." (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, 30.1.2013)

  • Adieu tristesse soll es am Schwedenplatz künftig heißen.
    foto: cremer

    Adieu tristesse soll es am Schwedenplatz künftig heißen.

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