Zielgerichtete Krebstherapie hilft betagten Patienten

Internationale Studie mit österreichischer Beteiligung - Dickdarmkrebspatienten über 70 profitieren von Kombinationstherapie und "zielgerichteter Therapie"

Senioren sind am häufigsten von einem metastasierten Dickdarmkarzinom betroffen. "Es gibt aber für diese Personengruppe nur beschränkt klinische Daten über den Nutzen von Standard-Therapien, weil sie in den klinischen Studien einfach unterrepräsentiert sind", heißt es in einer Aussendung des Schweizer Pharmakonzerns Roche aus Anlass der Präsentation der Ergebnisse einer Untersuchung beim "Gastrointestinal Cancers Symposium" in San Francisco.

Patienten über 70 Jahre werden aus Gründen der Methodik nur selten in klinischen Studien aufgenommen. Nun hat die erste derartige Studie bei betagten Dickdarmkrebspatienten gezeigt, dass die modernsten zielgerichteten Therapien auch in dieser Gruppe offenbar einen erheblichen positiven Effekt haben.

Kombinationsbehandlung

Die sogenannte AVEX-Studie wurde an Zentren in zehn Staaten und unter Einschluss von 280 Patienten im Durchschnittsalter von 76 Jahren durchgeführt. Beteiligt waren in Österreich Kliniken in Innsbruck, Linz (Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern), Wien und Salzburg. Es handelte sich durchwegs um Personen mit fortgeschrittenem Dickdarmkarzinom und Metastasen.

Im Rahmen der Untersuchung auf Wirksamkeit einer Kombinationstherapie aus dem Zytostatikum Capecitabine und einem der modernsten Biotech-Arzneimittel der sogenannten "zielgerichteten Therapie" (Bevacizumab) sollte geklärt werden, ob die Kombinationsbehandlung besser wirkt als das Chemotherapeutikum allein. Bevacizumab ist ein monoklonaler Antikörper, welcher die Neubildung von Blutgefäßen in Tumoren und damit deren Wachstum hemmt.

Im Beobachtungszeitraum der Studie kam es um 47 Prozent seltener zum Fortschreiten und/oder zum Tod der Probanden, wenn sie beide Medikamente erhielten. Gleichzeitig stieg die mediane Lebenserwartung der Schwerkranken von 16,8 auf 20,7 Monate. Dieser Unterschied war nicht signifikant. Die Behandlungsergebnisse waren dagegen zu einem Gutteil statistisch signifikant positiv: Der durchschnittliche Zeitraum bis zum weiteren Fortschreiten der Erkrankung erhöhte sich durch die Kombinationsbehandlung auf 9,1 Monate (Chemotherapie allein: 5,1 Monate). (APA/red, 29.1.2013)

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