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Zwei Jahrzehnte haben die Finanzinstrumente schon auf dem Buckel.
Im Jänner 1993 erblickte eine Finanzinnovation das Licht der Welt, die gerade die Kapitalmärkte aufmischt. State Street legte den ersten ETF auf. Der "Spider", so wird der Fonds wegen seines Kürzels SPDR genannt, wurde an der US-Börse gelistet und bildete den Leitindex S&P 500 ab. Wer den SPDR kauft, erwirbt damit die Anteile an den 500 wichtigsten Unternehmen der USA. Börsengehandelte Fonds (Exchange-traded funds) bieten Anlegern den "Komfort", wie es der Economist formuliert, mit einem Produkt Zugang zu einem ganzen Markt zu bekommen.
20 Jahre später ist die Branche aus der Nische herausgewachsen. Laut Daten von iShares ist das verwaltete Vermögen von ETFs Mitte Jänner auf über zwei Billionen Dollar angewachsen. Das ist zwar immer noch eine kleine Summe im Verhältnis zur aktiven Fondsindustrie, aber die Wachstumsraten der vergangenen fünf Jahre waren - trotz Finanzkrise - zweistellig. Erst 2009 wurde die Marke von einer Billion Dollar durchbrochen.
Selbst die deutsche Bundesbank ortet in ihrem aktuellen Monatsbericht einen massiven Trend zu passiven Fonds. Die Ökonomen erklären das Wachstum damit, dass "die Kosteneffizienz der Fonds in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Marktteilnehmer geraten ist". Passive Fonds sind in den meisten Fällen deutlich billiger als aktive Fondsmanager. Weil aber nur wenige Manager über die Jahre ihre Gebühren in Form von höheren Gewinnen "zurückverdienen", schmälern die Kosten den Ertrag der Anleger. Das haben gerade institutionelle Anleger wie Versicherungen oder Pensionsfonds verstanden.
20 Jahre nach der ETF-Geburt sind die Kosten und die Handelbarkeit immer noch die wichtigsten Argumente für das Anlageprodukt. Das hat etwa jüngst der Streit um die Gebühren der Indizes gezeigt. In einem aktuellen Artikel zeichnen die Morningstar-Analysten den Preiskampf um US-Aktien-ETFs der ersten 20 Jahre nach. Mit 0,2 Prozent jährlicher Gebühr ist der SPDR 1993 aufgelegt worden, heute sind die Kosten mit 0,09 Prozent bereits um mehr als die Hälfte günstiger. Aktuell machen die Gebühren noch 0,09 Prozent aus. Andere Produkte für den US-Aktienmarkt verrechnen nur noch 6 Basispunkte.
Doch neben der Kosten hat noch ein zweites Thema die ETF-Branche im vergangenen Jahr umgetrieben: die Replikation. Die Produkte der ersten Stunde machten es den Index-Fonds gleich und erwarben etwa die Aktien eines Index physisch. Das Wachstum der ETF-Branche in immer illiquidere Anlageklassen, innerhalb derer es hohe Handelskosten geben kann, hat die Abbildung über Swaps populär gemacht. Dabei liefert ein anderes Finanzinstitut als der ETF-Anbieter die Performance gegen ein Entgelt. Das Risiko für den Anleger: wenn dieses Geldhaus in Schieflage kommt, kann es zum Ausfall kommen. Dazu kommt, dass man als Anleger im Krisenfall nicht immer das aus einem Swap-basierten ETF bekommt, was draufsteht. Ein Europa-Aktienfonds kann etwa fast ausschließlich mit japanischen Aktien besichert sein.
Der Einsatz von Derivaten wird aber immer kritischer gesehen und Anbieter wie die deutsche db x-trackers oder die französische Lyxor haben daher angefangen, seit Ende 2012 bzw. Anfang dieses Jahres eine Reihe von ETFs physisch abzubilden. Anleger haben "mit ihren Geldbörsen abgestimmt" und wollen es lieber einfacher - auch 20 Jahre nach dem ersten ETF. (Lukas Sustala, derStandard.at, 29.1.2013)
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20 Jahre und dieser Trend ist in Oesterreich noch immer nicht voll angekommen.
Noch immer suggerieren die von den Banken dominierten Fondsgesellschaften, dass sie durch aktives Management eine (langfristige) Outperformance des Marktes erzielen koennen. Richtigerweise ist das natuerlich auf effizienten Maerkten nicht der Fall.
Vielmehr sollten Investoren staerker die Vorteile der EFTs mit niedrigen Spesen und einer vollstaendigen Abdeckung des Marktes nutzen.
Weitere Perspektiven unter:
http://responsiblepersonalfinance.blogspot.co.at/
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