Militärsektor ist korruptionsanfällig

29. Jänner 2013, 10:24
  • Wir haben die Länderergebnisse auf einer interaktiven Weltkarte visualisiert.
    foto: derstandard.at

    Wir haben die Länderergebnisse auf einer interaktiven Weltkarte visualisiert.

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KATEGORIE A – Sehr niedriges Risiko (2 STAATEN): Australien, Deutschland

KATEGORIE B – Niedriges Risiko (7 STAATEN): Grossbritannien, Norwegen, Österreich, Südkorea, Schweden, Taiwan, USA

KATEGORIE C – Moderates Risiko (16 STAATEN): Argentinien, Brasilien, 
Bulgarien, Chile, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Kolumbien, 
Kroatien, Lettland, Polen, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, 
Ungarn

KATEGORIE D+ - Hohes Risiko (15 STAATEN): Bosnien und Herzegovina, 
Indien, Israel, Kenia, Kuwait, Libanon, Mexiko, Nepal, Serbien, 
Singapur, Suedafrika, Thailand, Ukraine, VAE, Zypern

KATEGORIE D- - Hohes Risiko (15 STAATEN) Äthiopien, Bangladesch, 
China, Georgien, Ghana, Jordanien, Kasachstan, Malaysia, Pakistan, 
PalÄstinensiche Autonomiegebiete, Ruanda, Russland, Tansania, Turkei, 
Weißrussland

KATEGORIE E – Sehr hohes Risiko (18 STAATEN): Afghanistan, Bahrain, 
Elfenbeinküste, Indonesien, Iran, Irak, Katar, Marokko, Nigeria, Oman, 
Philippinen, Saudi Arabien, Simbabwe, Sri Lanka, Tunesien, Uganda, 
Usbekistan, Venezuela

KATEGORIE F – Kritisches Risiko (9 STAATEN): Ägypten, Algerien, Angola, Eritrea, Jemen, Kamerun, DR Kongo, Libyen, Syrien
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    grafik: transparency international

    KATEGORIE A – Sehr niedriges Risiko (2 STAATEN): Australien, Deutschland

    KATEGORIE B – Niedriges Risiko (7 STAATEN): Grossbritannien, Norwegen, Österreich, Südkorea, Schweden, Taiwan, USA

    KATEGORIE C – Moderates Risiko (16 STAATEN): Argentinien, Brasilien, Bulgarien, Chile, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Kolumbien, Kroatien, Lettland, Polen, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn

    KATEGORIE D+ - Hohes Risiko (15 STAATEN): Bosnien und Herzegovina, Indien, Israel, Kenia, Kuwait, Libanon, Mexiko, Nepal, Serbien, Singapur, Suedafrika, Thailand, Ukraine, VAE, Zypern

    KATEGORIE D- - Hohes Risiko (15 STAATEN) Äthiopien, Bangladesch, China, Georgien, Ghana, Jordanien, Kasachstan, Malaysia, Pakistan, PalÄstinensiche Autonomiegebiete, Ruanda, Russland, Tansania, Turkei, Weißrussland

    KATEGORIE E – Sehr hohes Risiko (18 STAATEN): Afghanistan, Bahrain, Elfenbeinküste, Indonesien, Iran, Irak, Katar, Marokko, Nigeria, Oman, Philippinen, Saudi Arabien, Simbabwe, Sri Lanka, Tunesien, Uganda, Usbekistan, Venezuela

    KATEGORIE F – Kritisches Risiko (9 STAATEN): Ägypten, Algerien, Angola, Eritrea, Jemen, Kamerun, DR Kongo, Libyen, Syrien

Neuer Index sieht mangelnde Kontrolle und Transparenz in 70 Prozent der untersuchten Staaten - Österreich erhält relativ gutes Zeugnis - Visualisierung auf interaktiver Weltkarte

London/Wien - 70 Prozent der Staaten öffnen Tür und Tor für Verschwendung und Sicherheitsrisiken durch mangelhafte Korruptionsmechanismen und fehlende Transparenz im Verteidigungssektor. Das ist das Ergebnis eines neuen Index, den Transparency International am Dienstag erstmals veröffentlichte. Unter den Staaten mit schwacher Kontrolle befinden sich zwei Drittel der größten Waffenimporteure und die Hälfte der größten Waffenexporteure der Welt.

Der "Government Defence Anti-Corruption Index" analysiert die Maßnahmen von 82 Staaten, um Korruptionsrisiken zu reduzieren. Diese Staaten waren laut Transparency im Jahr 2011 für 94 Prozent der weltweiten Militärausgaben verantwortlich - insgesamt 1,6 Billionen US-Dollar (1,2 Billionen Euro). Die Einstufung erfolgt auf Grundlage einer Analyse von 77 Indikatoren, die fünf zentrale Risikobereiche umfassen: Politik, Finanzen, Personal, Operationen und Auftragsvergabe.

Australien und Deutschland Vorreiter

Deutschland und Australien sind der Studie zufolge die einzigen Staaten, die über starke Anti-Korruptionsmechanismen wie ausgeprägte parlamentarischer Kontrolle der Verteidigungspolitik verfügen. In Staaten wie Ägypten, Algerien, Libyen und Syrien seien dagegen sehr hohe Risiken sichtbar. Der Mangel an grundlegenden Mechanismen wie etwa Rechenschaftskontrollen macht laut Transparency die Einrichtung von Anti-Korruptionssystemen in diesem Sektor nahezu unmöglich.

Staaten in Südamerika und Osteuropa weisen demgegenüber weniger Korruptionsrisiken auf. Österreich liegt zwar an sich in der Spitzengruppe, doch speziell in den Bereichen Operationelle Risiken und Korruptionsrisiken bei der Auftragsvergabe wird das Land dennoch kritisiert.

Kosten von Korruption bei 20 Milliarden US-Dollar

Transparency International ruft alle Regierungen dazu auf, "diesen traditionell undurchsichtigen Sektor, in dem große öffentliche Aufträge an der Tagesordnung sind, transparenter zu machen". Verteidigungseinrichtungen hätten Bürgern den Zugang zu Informationen über Verteidigungsbudgets und -anschaffungen zu erleichtern, hieß es in einer Aussendung. "Um Korruption zu bekämpfen, haben Gesetzgeber stärkere Kontrollen und Aufsicht, mit entsprechenden Mitteln ausgestattet, über den Sektor auszuüben."

Auf Grundlage von Daten der Weltbank und des Internationalen Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) schätzt Transparency die weltweiten Kosten von Korruption im sicherheits- und verteidigungspolitischen Sektor auf mindestens 20 Milliarden US-Dollar im Jahr. 

Österreich mit niedrigem Risiko

Ein relativ gutes Zeugnis bezüglich Korruption im Verteidigungssektor wird Österreich von Transparency International ausgestellt. Österreich wird ein niedriges Risiko bescheinigt, in den Bereichen Operationelle Risiken und Korruptionsrisiken bei der Auftragsvergabe setzt es aber doch Kritik.

Der Ablauf von Beschaffungen werde zwar öffentlich verlautbart, allerdings "nicht auf eine besonders zugängliche Art und Weise", wird moniert. Was Verträge für Gegengeschäfte betrifft, gebe es zwar allgemeine Kontrollmechanismen, "die jedoch nicht spezifisch auf Korruptionsrisiken eingehen". Darüber hinaus fehle es an Transparenz bei der Veröffentlichung von Beschaffungen, einer systematischen Strategie oder einem Plan für die Beschaffung. Auch die Kontrolle von Subunternehmern und Vermittlern sei unzureichend. (APA, 29.1.2013)

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Ziemlich Nichtssagend!

Zum Beispiel liefert die USA (Kategorie B) oder Deutschland (Kategorie A) Waffen an Israel (Kategorie D+) und Saudi Arabien (Kategorie E). Dadurch ermöglicht die USA/EU doch erst die militärische Korruption im großen Ausmaß.

aeh....

wieso fehlt mir Finnland?

die USA solte eher zur kategorie f dazugehören die haben schon so viele waffen an die al qaida verkauft das da einem nur schlecht wird.

„Transparency International ist ein Unternehmen, das von großen Korrupten auf die Beine gestellt wurde, das heißt alle großen multinationalen Unternehmen der Welt stecken da mit drin […] – das ist so, als ob man dem Fuchs die Aufsicht über einen Hühnerstall übertragen würde und ihn darum bittet, systematisch die Mäuse zu denunzieren, die die Maiskörner der Hühner knabbern.“
Christian de Brie in der 2003 von ARTE ausgestrahlten Dokumentation Weiße Westen – Schwarze Kassen
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Im Jahr 2011 lag der Anteil von Spenden und Mitgliedsbeiträgen von Unternehmen an den Gesamteinnahmen von TI Deutschland bei 142.465 Euro (36,7 Prozent der Gesamteinnahmen von 387.605 Euro)
http://www.transparency.de/Jahresabs... 085.0.html

na wirklich, das ist ja eine frechheit...

was man mit den 20mrd dollar doch für schöne zusätzliche waffen kaufen könnte. *sarkasmus off*

Österreich wenig korrupt da kann ich nur lachen.

es ist tatsächlich so, dass das militär in A keinen Einfluss hat,

der dem Militär nicht zustehen würde. Es gibt keine Putschversuche. Das Militär sitzt nicht im Parlament. Es gibt keine Militärregierung. Und die Militärs reden nichts ständig in die österr. Politik hinein. All das würde Kath. A bedeuten, wenn nicht die Beschaffung von militärischen Gerätschaften wäre.

Was haben wir 2011 überhaupt groß bezogen?

Offensichtlich hatten wir 2011 höhere Militäreinkaufskosten als Länder wie z.B. die Schweiz, die Niederlande oder sogar Kanada. Was war das bitte? Zählen da die Jahresraten für die EF? Sonst haben wir ja in letzter Zeit fast nichts beschafft.

Ohne Geld

...is halt auch schwer korumpiren

leider nein ...

...gerade in Staaten, in welchen die Leute wenig Geld oder Geld mit wenig Kaufkraft haben (Afrika, Asien) ist Korruption sehr verbreitet.

Danke für die großartige neue Erkenntnis

Starfighter Affäre
HS-30-Skandal
Eurofighter ?
etc.

wie war das?

Österreich hat "ein niedriges Risiko". Das muss sich wohl auf die 10-15% Schmiergeldzahlungen beim Eurofighter beziehen.
Staaten mit "sehr hohem Risiko" müssten dementsprechend mindestens 100% schmieren, also Ankaufsumme mal zwei zahlen.

zusatzinfo

nicht zu vergessen der feine Gestank, der sich ploetzlich immer dann ausbreitet, wenn die Justiz arbeiten soll und muss! in den Absteigen zb den Schloessern gibts aber genug Duschen.

Danke..

.. Transparency International für diese Studie und danke an die Redaktion für die gute Aufbereitung!

Kategorie F: kritisches Risiko

und wen kann es noch wundern, dass u.a. syrien in der höchsten kategorie zu finden ist? und da die studie wohl auf daten aus 2011 und den jahren davor beruht, ist wohl das gaddafi-libyen gemeint...

na meinst der gaddafi hat sich sein militärgwandl selbst gekauft...

nein das wurde ihm geschenkt als Bestechung ;-)

grrrrrrrrrrrrr

Der Journalist hat bei "Sokrates ist ein Mensch. Nicht alle Menschen sind Sokrates" in der Schule gefehlt.
Staaten mit hoher Anfälligkeit für Korruption weisen diese Korruption auch bei Anschaffungen fürs Militär auf.
Und nicht: Staaten mit hohen Rüstungsausgaben weisen automatisch eine höhere Rate an Korruptionsfällen auf.
Die USA ist hier in der gleichen Gruppe wie Österreich. Das liegt dann wohl kaum an den relativen oder absoluten vergleichbaren Zahlen bei den Rüstungsausgaben.

hm.

hatte einen aehnlichen gedanken. aber stimmt das?

ich meine, wenn ruestungsgeschaefte per se (und unabhaengig von lokalen gegebenheiten und kultur), besonders anfaellig fuer korruption sind (weil es dabei immer und ueberall um viel geld geht), und weiters in einem land, wie den usa, besonders viele ruestungsgeschaefte getaetigt werden, sollte dann nicht der umstand, dass die usa TROTZDEM relativ wenig korruption in diesem bereich haben, indirekt (und relativ zu oesterreich) fuer die usa sprechen? einfach weil mehr ruestungsgeschaefte (in absoluten zahlen) auch mehr "versuchungen" zur korruption darstellen?!

weiss nicht...

Korrelation vs Kausalität. Die Störche bringen nicht die Babies, die Staaten sind nicht wegen der Militärausgaben korrupt. Auch wenn das der eine oder andere Poster nicht so sieht ;-)

Also eine niedriges Risiko für Korruption aber " in den Bereichen ..... Korruptionsrisiken bei der Auftragsvergabe setzt es aber doch Kritik."..

WTF?
Was sagen mir die Bunten Balken..
Start making sense!

Hat ja auch kein NATO Söldner Heer auf Staatskosten!

Korruption?

Nicht doch! das nennt man "moralisch flexibel" ...

First rule in government spending: why build one when you can have two at twice the price?

>Österreich mit niedrigem Risiko<

stimmt
bei uns gibts keine korruption
sondern bloß lobbying....

das liegt wohl daran dass bei uns die korrupten gestalten nicht beim heer sind sondern bei einer vorfeldorganisation der raika.

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