Pfarrerinitiativen vor nächstem Erweiterungsschritt

Reformgruppen wollen im Herbst Kreis um angelsächsischen Raum erweitern - Irischem Redemptoristenpater droht Exkommunikation

Nach dem großen Vernetzungstreffen reformfreudiger Priesterinitiativen des deutschsprachigen Raums in München steht bereits der nächste Schritt bevor: Voraussichtlich im Herbst werde man die Gemeinschaft um Gruppierungen im angelsächsischen Raum erweitern, so Helmut Schüller, Sprecher der österreichischen Pfarrerinitiative, gegenüber der APA. Indes wurde bekannt, dass der Koordinator der irischen Pfarrerinitiative exkommuniziert werden soll.

Gruppen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz haben sich in den vergangenen Tagen bei einem großen Kongress in München zusammengefunden, um ein gemeinsames Netzwerk aufzubauen. "Das ist eine Chance für viele Pfarrer, leichter bei uns anzudocken", so Schüller, dessen Pfarrerinitiative weltweite Vorbildwirkung für Geistliche mit den selben Anliegen hat. Künftig sollen die Aktivitäten der "ungehorsamen" Geistlichen über eine gemeinsame Plattform koordiniert werden.

Priesterinitiativen

Noch vor dem Sommer wollen sich die deutschsprachigen Priesterinitiativen abermals treffen, für den Herbst ist der nächste Erweiterungsschritt angedacht: Dann gilt es, die bereits aktiven Gruppen aus Irland, Australien und den USA mit ins Boot zu holen. Und auch ost- und südeuropäische Mitbrüder sollen in weiterer Folge Teil des internationalen Netzwerks unzufriedener Pfarrer werden, die unter anderem die Priesterweihe für Frauen sowie die Aufhebung des Zwangszölibats fordern.

Zu radikalen Konsequenzen scheint indes das Engagement des irischen Redemptoristenpaters Tony Flannery zu führen: Dem Sprecher und Gründer der Association of Catholic Priests (ACP) droht die Exkommunikation. Schüller, der den Geistlichen bereits bei einer Pressekonferenz unterstützte, kann sich nun aber vorstellen, dass aufgrund der Publikmachung des Falles nun gar nichts geschehen wird. Vermutet wird, dass Rom mit einer solchen Androhung der österreichischen Pfarrerinitiative einen "Schreckschuss" verpassen wollte. (APA, 29.1.2013)

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