Lenzing sucht in Indonesien nun Konsolidierung

29. Jänner 2013, 08:13

Jakarta -  Lenzing hat in Indonesien seine Kapazität innerhalb von vier Jahren auf 320.000 Tonnen verdoppelt und betreibt dort derzeit den weltweit größten Standort für Zellstoff-Fasern. Knapp die Hälfte der gesamten Lenzing-Produktion kommt inzwischen von dort. Nun sei aber Konsolidierung angesagt, sagte Wolfram Kalt, "President Director", also CEO der Lenzing-Tochter PT South Pacific Viscose.

Immerhin arbeiten auf 85 Hektar 1.900 Leute für Lenzing, wobei auch die Energie großteils selber erzeugt wird. Mit Investitionen von 700 Mio. Dollar (520 Mio. Euro), davon nach Kalts Schätzung 150 Mio. Euro "umweltrelevant", ist man auch nach indonesischen Maßstäben ein großer Investor. Kalt will aber auch bei Umwelt und Sozialstandards Maßstäbe setzen. Minimumlöhne liegen bei 170 Euro im Monat und gehen bei erfahrenen Arbeitern "in Richtung 500 Euro", dabei zahle Lenzing mehr als andere Unternehmen in der Gegend, betont Kalt. Gut ausgebildete Leute würden auch rasch wieder abgeworben. Im mittleren Management greife er häufig auf Mitarbeiter aus Indien zurück, die eher das nötige Know-how mitbringen als Indonesier.

Rasch wachsende Bevölkerung

Indonesien ist für Lenzing als riesiger Binnenmarkt interessant, mit einer rasch wachsenden jungen Bevölkerung, die sich von Jahr zu Jahr mehr leisten kann. 40 Mio. Menschen zählt Kalt zum "mittleren Einkommensbereich" in einem Land, das 240 Mio. Einwohner hat. In der amtlichen Sprache der indonesischen Investitionsagentur gibt es 45 Millionen "Konsumenten" in Indonesien, also Menschen die in der formalen Wirtschaft registriert sind. Diese Gruppe soll sich bis 2030 auf 135 Mio. Menschen verdreifachen. Abgesehen davon exportiert Lenzing die Hälfte der indonesischen Produktion und ist "Qualitätsführer in Asien" bei Viskosefasern, also Textilfasern, die aus Holz gewonnen werden. Das Holz muss allerdings importiert werden.

Die drängendsten Probleme sind in Indonesien die Bürokratie, der Umgang mit der Korruption und die "lähmende"Infrastruktur, sagt Kalt. Gäbe es eine entsprechende Infrastruktur, dann könnte das Wachstum zehn statt sechs Prozent betragen, schätzt er.

Über Geschäftszahlen redet der Unternehmenschef nicht, man sei aber "profitabel". Dabei engagiert sich das Unternehmen in der Entwicklung der umliegenden Dörfer, gibt medizinische Hilfe und bringt eine eigene Zeitschrift heraus. (APA, 29.1.2013)

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