Chavez schickt Grüße an Lateinamerika-Karibik-Gipfel

Krebskranker Präsident Venezuelas ruft in Grußbotschaft zur regionalen Einheit auf

Santiago de Chile/Caracas - Venezuelas krebskranker Staatschef Hugo Chavez hat seinen Kollegen aus Lateinamerika und der Karibik mit einem Aufruf zur regionalen Einheit ein Lebenszeichen gesendet. Vizepräsident Nicolas Maduro verlas am Montag auf dem Gipfeltreffen der Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik (CELAC) in Santiago de Chile einen elf Seiten langen Brief von Chavez.

Der venezolanische Präsident erinnerte darin an die Gründung der CELAC in Caracas vor zwei Jahren. "Das Weltgeschehen hat uns bestätigt, dass es ein Schritt von außerordentlicher Bedeutung war", heißt es in dem Schreiben. Es müsse eine gemeinsame Politik ausgearbeitet werden, um die enormen Ressourcen der Region besser zu verwalten.

Maduro zeigte vor den Kameras die Unterschrift von Chavez mit roter Tinte. Venezuelas Informationsminister Ernesto Villegas erklärte in der chilenischen Hauptstadt, Chavez unterzeichne immer rot, weil er selbst ein Roter sei. Chavez erholt sich seit Dezember in der kubanischen Hauptstadt Havanna von seiner vierten Krebsoperation. Nach Angaben der venezolanischen Regierung hat er schwere Komplikationen der Atemwege größtenteils überwunden.

Raul Castro übernimmt Präsidentschaft

Kubas Staatschef Raul Castro übernahm unterdessen in Santiago de Chile die CELAC-Präsidentschaft. Er verteidigte in seiner Ansprache vor der Sitzung des CELAC-Gipfels die "Verschiedenheit in einem gemeinsamen Raum". Der Vorsitz der Staatengemeinschaft sei eine Anerkennung für den Kampf seines Landes um Wahrung seiner Unabhängigkeit.

Der kubanische Präsident prangerte die "ungerechte Weltordnung" an, für deren globale Wirtschaftskrise noch keine Lösung sichtbar sei. Gleichzeitig warnte er vor den Gefahren des internationalen Drogen- und Waffenhandels. Castro unterstrich dabei, dass in Kuba die Todesstrafe noch gelte, obwohl sie derzeit ausgesetzt sei.

Castro nahm am Wochenende auch am Gipfel von EU und CELAC in der chilenischen Hauptstadt teil. Es war sein erstes Treffen als Staatsoberhaupt mit führenden europäischen Politikern.

Der Bruder von Fidel Castro soll die rotative Präsidentschaft in einem Jahr an Costa Rica weitergeben. Erst 2015 findet der nächste Gipfel EU-CELAC-Gipfel in Brüssel statt. "Macht euch keine Sorgen, ich bleibe nur ein Jahr" im Amt, sagte Castro. (APA, 28.1.2013)

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