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Jerusalem - Das israelische Gesundheitsministerium hat ausdrücklich verboten, Einwanderern ohne deren ausdrückliche Zustimmung empfängnisverhütende Mittel zu verabreichen. Die Behörden reagierten damit erstmals auf Berichte über Zwangsbehandlungen von jüdischen Immigrantinnen aus Äthiopien. Das Ministerium betonte, dass dieser Brief, der der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag, keine Stellungnahme oder Faktenanerkennung im Streit um die Vorwürfe darstellten.
Die Beschuldigungen waren im Dezember in einer TV-Dokumentation erhoben worden, die recherchiert hatte, wieso die Geburtenrate unter den aus Äthiopien eingewanderten Juden stark zurückging. Zeugen sagten aus, ihnen sei gedroht worden, sie verlören das Einwanderungsrecht, wenn sie sich vorab nicht das Mittel Depo Provera spritzen ließen. Das Ministerium forderte die Ärzte nun ausdrücklich auf, "keine Verhütungsmittel mehr zu verschreiben, wenn den betroffenen Frauen, warum auch immer, die Tragweite dieser Behandlung und mögliche Nebenwirkungen nicht bekannt sind."
Der Sprecher des israelischen Verbands für Bürgerrechte, Marc Grey, wertete das Schreiben "als implizites Eingeständnis", dass die Praktiken bestanden. Heute leben in Israel mehr als 120.000 äthiopische Juden, von denen zwei Drittel in Afrika geboren wurden. In den Jahren 1984 und 1991 hatte die Regierung zwei Luftbrücken für Einwanderungswillige organisiert. Aber die Neuankömmlinge hatten trotz ihrer Religionszugehörigkeit aufgrund der kulturellen Unterschiede Schwierigkeiten, von der israelischen Gesellschaft akzeptiert zu werden. (APA, 28.1.2013)
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