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Es ist eine dieser Kärntner Geschichten, bei denen es schwerfällt, nichts Böses zu vermuten. Einfädler war der von Großmannssucht geplagte Landeshauptmann Jörg Haider, der sich neben vielen Luftschlössern auch einen heimatlichen Formel-1-Piloten wünschte. Da kam es gerade recht, dass zwei Herren aus Russland mit Ambitionen auf die Staatsbürgerschaft vorstellig wurden. Die Sponsoren zahlten eine Million, Haider intervenierte bei der Bundesregierung. Kurz nachdem sie (auch) zu Österreichern wurden, schossen die Russen 900.000 Euro nach.
Ein Fall von Bestechung, wie die Staatsanwaltschaft vermutete? Für Richterin Stefanie Öner ist das nicht beweisbar, zumal es "keinen konkreten Konnex" zwischen der Zahlung und der Verleihung der Staatsbürgerschaft gebe. Nicht nur die Russen verließen das Gericht als unbescholtene Bürger. Auch Haiders Ex-Adlatus Franz Koloini, der übrig gebliebene 197.000 Euro für seinen Chef abgeholt hatte, wurde vom Vorwurf der Geldwäsche freigesprochen.
Dennoch eröffnete der Prozess Einblicke in Kärntner Untiefen. Einmal mehr war Haider mit der Hypo Alpe Adria offenbar wie mit einem Selbstbedienungsladen umgesprungen: Ohne Sicherheiten finanzierte die Landesbank einen Formel-1-Fahrer vor, der sich als so langsam entpuppte wie Haider-Projekte als pleite. Weil die Russen zahlten, ging die Sache in dem Fall gut aus. Wie die Krisengeschichte der Bank zeigt, war das mehr Ausnahme als Regel. (Gerald John, DER STANDARD, 29.1.2013)
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Philipp Ita, Ex-Kabinettschef im Innenministerium, hat ausgesagt, Haider habe in einem Schreiben an Wolfgang Schüssel (der nach Prokops Tod das Innenministerium interimistisch übernommen hatte) für die Russen interveniert, man könne von einem Beeinflussungsversuch sprechen. Die Staatsbürgerschaften wurden daraufhin bekanntlich tatsächlich verliehen.
Aber hat man deswegen versucht, diesen Schrieb aufzutreiben oder Schüssel vorgeladen? Doch nicht in Österreich!
Einfach toll, wie viel hier wieder gesudert wird: Dass es für die Leute im Forum klar ist reicht halt leider nicht aus. Man muss es beweisen können, "eh klar, dass das krumm gelaufen ist" (wie ich auch vermute) zu sagen hilft da halt nichts. Ist kein Argument in einem Strafprozess.
Wenns die Anklagebehörde nicht beweisen kann - Freispruch, ansonsten eben Schuldspruch. Hat beim Strasser auch geklappt, wird auch bei anderen klappen. Ist eben nunmal ein Faktum, dass gerade Korruptionsdelikte schwer beweisbar sind (außer man macht es so genial wie 00 Streeter).
Ja, man könnte, man sollte allerdings nicht. Wo wollen Sie die Grenze ziehen? Nur für eine Berufsgruppe (Politiker) oder soll das auch für andere gelten, also zum Beispiel auch für Vorstände von Banken? Oder soll es generell um Korruptiondelikte gehen, also soll es auch kleinere Beamte treffen?
So ein Gesetz würde Ihnen der VfGH gleich aus mehreren Gründen in der Luft zerreißen.
Die Geschichte erinnert mich stark an die gesetzwidrige Vergabe des Fremdenpasses an den Multimillionär und Doppelmörder Rakhat Aliyev (Shoraz).
Dieser Pass wurde aber vom Innenministerium abgesegnet. Interessant hier, dass solche Pässe nur ua im Interesse der Republik Österreich vergeben werden dürfen, aber laut dem Verein Tagdyr, welcher sich für die Opfer von Aliyev einsetzt, hat Aliyev keine einzige Bedingung für diesen Erfüllt!
Hier haben sich einige Günstlinge in der Politik eine goldene Nase verdient – ermittelt wurde aber bis jetzt nicht wirklch!
Russen zahlen 2 Mio. an Haider, um einen Rennfahrer zu sponsern, der ihnen vollkommen wurscht ist und mit dem auch den Haider - außer einer gewissen Zuneigung - nichts verbindet.
Haider penzt Schüssel um die Verleihung der Staatsbürgerschaft an die beiden Russen an.
Ministerrat beschließt selbiges in Windeseile.
Genau, wo soll das der konkrete Konnex sein?
wieder wurden leute freigespochen, aber dass ist halt so in österreich, in vielleicht 100 jahren, werden urteile gesprochen, die dem europäischen niveau entsprechen, mich wundert nur, wie wir es in die eu geschafft haben, mit solch einer rechtsprechung,
Naja, auch wenn praktisch "alle" wissen oder zu wissen glauben wie es gelaufen ist... der Richter kann sie nicht wirklich verurteilen wenn es keine Beweise gibt und alle dicht halten.
Bitter, aber hat auch seine guten Seiten. Niemand würde gerne verurteilt werden weil die Allgemeinheit zu wissen glaubt daß man schuldig ist.
Naja, dann gehe ich aber auch morgen zum Billa und schenke denen ein paar Euro und wenn die mir dann im Gegenzug ein paar Waren schenken, war das auch alles ganz zufällig so.
Ob dann ein Gericht auch sagt wir hätten nicht die MWSt. umgangen, weil man ja nichts Genaues weiss, möchte ich auch erst sehen. Insofern klarer Justizskandal.
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