Netz-Auftritte von Burschenschaften ehren alte Nazis

28. Jänner 2013, 18:22

Radikalität der Schlagenden hat eine lange Tradition

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das dachte man sich anscheinend auch bei der akademischen Burschenschaft Olympia in Sachen Homepage-Gestaltung. Die rechtsextreme schlagende Verbindung, der auch der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf angehört, beschränkt ihren Online-Auftritt auf eine einzige Seite, die vier kappenbewehrte Männerköpfe vor schwarzem Hintergrund zeigt. Darunter in Fraktur: "Der rechte Weg".

Andere Online-Auftritte schlagender Burschenschaften geben sich etwas weniger wortkarg - und verweisen damit indirekt auf ihre wichtige Rolle beim Aufkommen des Nationalsozialismus in Österreich bereits in den 1920er-Jahren. "Schon in der Zwischenkriegszeit waren die Burschenschaften in Österreich weitaus radikaler und antisemitischer als die in Deutschland", bestätigt Hans Magenschab, der 2011 mit dem Buch Die geheimen Drahtzieher (Styria) eine kritische Geschichte studentischer Verbindungen (inklusive CV) vorlegte.

Nicht wenige führende NS-Verbrecher waren korporiert - wie Ernst Kaltenbrunner, der ab 1921 Mitglied der Burschenschaft Arminia Graz war. Auf sein ehrendes Gedenken wird mittlerweile verzichtet. Doch die Netzauftritte anderer schlagender Verbindungen und ihre Ehrenmitglieder offenbaren die antiösterreichische Tradition der rechten Verbindungen.

"Berühmte Gothen"

Die Wiener akademische Burschenschaft Gothia beispielsweise führt unter der Rubrik "Berühmten Gothen" Mirko Jelusich an, gibt dazu die Information "Burgtheaterdirektor, Schriftsteller, Erzähler, Dramatiker", verschweigt aber, dass der Antisemit das Haus am Ring nach dem " Anschluss" leitete. Zuvor war er ab 1923 Feuilletonchef des frühen NS-Hetzblatts Deutsch-österreichische Tageszeitung. Ein anderer " berühmter Gothe": Georg von Schönerer. Nicht erwähnt wird, dass dieser radikaler Antisemit und Vorbild Hitlers war.

Bei Heinrich Srbik, Präsident der Akademie der Wissenschaften in der NS-Zeit, hätte man auch noch ergänzen können, dass dieser NSDAP-Mitglied, Antisemit und Vordenker der großdeutschen Expansion war. Nicht viel anders sieht es etwa auf der Seite der Burschenschaft Albia bei den "bedeutenden Alben" aus.

"H.C. Strache und die burschenschaftlich unterwanderte FPÖ gerieren sich heute als die wahren österreichische Patrioten", resümiert Hans Magenschab. "Doch ihre antiösterreichische Geschichte und ihre Vordenker, die bis heute verehrt werden, belegen das Gegenteil." (tasch, DER STANDARD, 29.1.2013)

Sie labern immer wieder von 1848...

...und erinnern sich nicht ihrer unmittelbaren braunen Vergangenheit und Gegenwart.
Ernst Kaltenbrunner, Adolf Eichmann und einige an menschenverachtenden meist tödlich ausgegangenen "Medizinexperimenten" beteiligte SS-Ärzte waren Burschenschafter.
Honsig und Küssel waren es auch.
Sieht man sich die Homepages und die Flugblätter aus dieser Ecke an, dann fragt man sich, wofür der Verfassungsschutz bezahlt wird und wer ihn letztendlich kontrolliert.
Auch die Polizeischilde und die Polizeiknüppel sind nach wie vor in die falsche Richtung ausgerichtet.

Naja, und?

Soll man jetzt Wikipedia Antisemitismus vorwerfen, weil da auch Einträge über berühmte Nazis drinnen stehen?

Klaus Taschwer
11

Wenn die ehrenden Einträge auf den einschlägigen Homepages der Burschenschaften nur halb so ausgewogen wären wie die von Wikipedia, wär auch auch schon viel gewonnen. Man vergleiche die Texte zu Jelusich, Schönerer und Co. hier wie da. Der Vergleich macht Sie sicher!

auch Theodor Herzl

war Burschenschafter, die Männer des 20 Juli detto manche waren halt Nazi na und das ist ein Querschnitt durch die Gesellschaft so wie es in allen Bereichen unterschiedliche Meinungen gibt

@rosso2

Theodor Herzl?
Das war wohl, bevor der "Arierparagraph" eingeführt worden war, zur Aufnahme in einen eurer seltsamen Männerbünde der "Ariernachweis" verlangt wurde und als Juden noch als "satisfaktionsfähig" galten.
Lasst endlich das Prahlen mit Feigenblättern sein!
Es ist schon urkomisch, wenn Viktor Adler, Heinrich Heine, Karl Marx und Ferdinand Lassalle als "Burschenschafter" genannt werden. Es ist ähnlich schräg, wie wenn dauernd von 1848 gefaselt wird....

Redet lieber über solche "Berühmtheiten" wie Ernst Kaltenbrunner und Adolf Eichmann!
Die Liste ließe sich übrigens lange lange fortsetzen, wie ja die "Einstellung" der Gezeichneten auch unselige und in eurem Fall wegen fortdauernder Renitenz unverbesserliche "Tradition" hat...

Die Krisenverursacher!

Können nichts, überall fehlt Geld und Manipulationen am laufenden Band!
Bezahlen tut dass jeder Steuerzahler!
Und dass international (internazianal)
http://www.workupload.com/image/oAMDjSd

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.