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Beim traditionellen Freitagsgebet kann die Hauptmoschee von Prishtina die Masse der Gläubigen nicht mehr fassen.

Osman Musliu, Imam in Drenas, wurde tätlich angegriffen.

Shefqet Krasniqi, Imam in Prishtina, fordert Religionsfreiheit.

Die Gläubigen, die nicht in die Moschee passen, sitzen vor den Eingängen auf dem Gehsteig, der mit Gebetsteppichen belegt ist. Die über Lautsprecher verstärkte Stimme des Geistlichen tönt über sie hinweg auf die Straße. Beim Freitagsgebet in Prishtina, der Hauptstadt des Kosovo, kann die Hauptmoschee weder die Gläubigen noch den Schall der Predigt, die zu hören sie gekommen sind, fassen.
"Allahs Feinde führen die muslimische Jugend in die Irre", warnt der Geistliche. Er listet Alkohol, Drogen und den verderblichen Einfluss des Internet als Teil einer konzertierten Aktion auf, "um die Schwungkraft des Islam zu stoppen". "Die Unmoral ist auf dem Vormarsch", so seine Diagnose.
Man muss nicht weit gehen, um Hinweise auf die "Unmoral" zu sehen. Unweit der Moschee sitzen junge Männer und Frauen bei Kaffee und Bier in den angesagten Bars der Innenstadt von Prishtina herum. In der Nähe stehen neue Denkmäler, die die jüngste Vergangenheit des Kosovo erzählen. Eine große Bronzestatue von Bill Clinton, seine Hand im Triumph oder zum Gruß erhoben, schmückt einen Boulevard, der seinen Namen trägt. Der ehemalige US-Präsident wird hier als Held gefeiert, weil er 1999 Nato-Flugzeuge gegen serbische Truppen entsandte.
Eine andere, indirekte Folge des Konflikts wird heute jedoch mit Argwohn betrachtet: Eine strenge Form des Islam zieht Konvertiten im gesamten Kosovo an. Der Aufstieg dieser Gruppe stellt die Traditionen und Ansprüche einer Gesellschaft infrage, die weniger durch ihren islamischen Glauben als durch ihre Zugehörigkeit zur albanischen Volksgruppe und ihren Proamerikanismus definiert war. Bis 1999 noch völlig unbekannt, sind die religiösen Konservativen und Hardliner heute eine kleine, aber zunehmend sichtbare Gruppe mit Anhängern in allen großen Städten und einigen der ärmsten Gegenden auf dem Land.
Sicherheitsbeamte berichten, dass diese strengeren Formen des Glaubens nach dem Krieg aufkeimten, als Folge des Zustroms von islamischen Hilfsorganisationen in den Kosovo und der Schulung von lokalen Geistlichen in arabischen Ländern. Die Sicherheitsexperten sprechen von 50.000 Anhängern dieses konservativen Islam im Kosovo. Das ist ein Bruchteil der gesamten muslimischen Bevölkerung, die auf rund 1,8 Millionen Menschen geschätzt wird.
Einige Geistliche und Konvertiten haben aber die Aufmerksamkeit inländischer Geheimdienste auf sich gezogen. Diese neue Generation religiöser Konservativer sagt, die säkulare Verfassung des Kosovo diskriminiere die Frommen. Sie wollen eine Lockerung der Beschränkungen für religiöse Symbole in staatlichen Schulen, die muslimischen Frauen und Mädchen verbieten, ein Kopftuch zu tragen.
Die Beziehung zwischen dem Staat und den Konservativen ist von Unsicherheit und Unbehagen geprägt. Beide Seiten berufen sich auf internationale Menschenrechte. "Wenn jemand behauptet, wir haben Religionsfreiheit, ist das nicht wahr", sagt Shefqet Krasniqi, Imam der Hauptmoschee in Prishtina. "Wir fordern die gleichen Rechte, die Muslime in London oder den USA haben."
Innenminister Bajram Rexhepi sagt hingegen, dass in der Zwischenzeit menschenrechtliche Bedenken seine Versuche behindert hätten, Aktivitäten von mutmaßlichen islamistischen Hardlinern einzudämmen. Er berichtet, dass er während seiner Amtszeit als Ministerpräsident vor neun Jahren versucht habe, ein Gesetz gegen "radikale Sekten" anzustoßen. Doch er sei von "Internationals" davon abgebracht worden - nämlich von Beamten der UN-Mission, die von 1999 bis 2008 halfen, den Kosovo zu verwalten.
Behxhet Shala, Leiter der wichtigsten Menschenrechtsorganisation im Kosovo, sagt, die Gefahr des Extremismus sei von den Vereinten Nationen und der EU unterschätzt worden. "Heute sind die Internationals hier, aber sie werden wieder gehen. Und sie verlassen uns mit einer tickenden Bombe", sagt Shala. Er meint, dass die Armut im Kosovo und die durchlässigen Grenzen das Land zu einem fruchtbaren Boden für Radikalismus machten.
Tatsächlich wurde der Zusammenbruch des sozialistischen Jugoslawien von einer religiösen Bewegung in der Region begleitet. Die katholischen und die orthodoxen Kirchen in Kroatien und Serbien sind heute stärker, als sie es vor den Kriegen der 1990er-Jahre waren. Der Kosovo ist dabei keine Ausnahme. Im ganzen Land wurden neue Moscheen gebaut, oft finanziert von Spendern aus islamischen Staaten.
Die meisten Kosovaren sind Muslime und üben eine relativ entspannte Form des Islam aus, die von osmanischen und mystischen Sufi-Traditionen geprägt ist. Die Hardliner scheinen mehr von arabischen Interpretationen des Glaubens beeinflusst zu sein. Sie selbst beschreiben sich als Verteidiger des Glaubens, die sich dem Vordringen des "westlichen" Säkularismus in den Kosovo widersetzen.
Fuad Ramiqi, ein Vertreter der Bashkohu-Bewegung sagt, seine Gruppierung befürworte öffentliche Proteste und gewaltfreien Widerstand. Die Gruppe beschwerte sich über das Verbot von Kopftüchern in Schulen und über die Bedeutung christlicher Denkmäler in Prishtina. "Das kann kein demokratischer Staat sein, der mir Säkularismus auferlegt", sagt er.
Ramiqi kämpfte in den 1990er-Jahren in Bosnien und war an Bord der Mavi Marmara, eines Schiffes mit Hilfsgütern für Palästinenser im Gazastreifen, das von israelischen Militärs im Jahr 2010 abgefangen wurde.
In unregelmäßigen Abständen kommt es zu Angriffen gegen Kritiker des extremistischen Islam. Musli Verbani, ein ehemaliger Imam in der Stadt Kacanik, warnte in einer Predigt im Jahr 2007 seine Gemeinde vor Extremismus. Kurz darauf wurde sein geparktes Auto in Brand gesetzt. Ein Mann aus der Gegend wurde für den Vorfall im Jänner 2011 zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Andere Angriffe gegen Menschen, die sich gegen Extremismus ausgesprochen hatten, führten zu keinen Verhaftungen. Xhabir Hamidi, Professor für Islamische Studien an der Universität Prishtina und prominenter Kritiker der Wahhabiten, wurde im Jahr 2008 von maskierten Männern geschlagen. Er glaubt, dass er wegen seiner Ansichten angegriffen wurde. Osman Musliu, ein Imam aus der Stadt Drenas, wurde 2009 in einer Moschee geschlagen. "Ich verlor das Bewusstsein, und meine Hand wurde gebrochen", berichtet er. "Ich habe mich immer gegen die Wahhabiten in unserer Mitte ausgesprochen."
Ein hochrangiger Polizeibeamter, der nicht namentlich genannt werden will, sagt, dass es damals nicht genügend Beweise gegeben habe, um Anklagen wegen der Angriffe auf Hamidi und Musliu zu verfassen.
Musliu und Verbani sagen, dass sie von der Reaktion der Islamischen Gemeinschaft - der Dachorganisation, die die Moscheen im Kosovo verwaltet - auf die Angriffe enttäuscht seien. Beide meinen, dass die Institution die Angriffe auf ihre Mitglieder stärker verurteilen hätte sollen. (Arbana Xharra, DER STANDARD, 29.1.2013)
Arbana Xharra, stellvertretende Chefredakteurin der Tageszeitung "Zeri", betreibt seit Jahren Aufdeckungsjournalismus. Im Vorjahr wurde sie von dem Unternehmer Bejtush Zhugolli auf 700.000 Euro Schadenersatz verklagt, weil sie geschrieben hatte, dass er und seine Brüder die Wahlkampagnen von Premier Hashim Thaçi unterstützen und dafür öffentliche Aufträge erhalten. Das Urteil steht noch aus.
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Sehr geehrte Frau Xharra,
Sie deuten an, dass Kritiker der Wahabiten angegriffen wurden, obwohl -objektiv gesehen- dafür keine Beweise vorliegen. Ich bin zwar auch der Meinung das der Wahabismus nichts in Kosvo verloren hat, dennoch überteiben Sie -meines Erachtens- maßlos. Kosovo ist eine der modernesten Nationen der Welt, in der Religion kaum eine Rolle spielt. Wie Pashko Vasa schon richtig anmerkte: "Die Religion der Albanern ist das Albaner ein Gruntum“ und das ist auch heute noch so. Was ist eigentlich daran verwerflich, dass Herr Ramiqi sich mit den Palästinensern solidaristiert hat? Sie wissen schon, dass wir Albaner viele Gemeinsamkeiten mit den Palästinensern haben? Unterdrückung? PS: Das Tragen eines Kopftuches demokratiekonform.
Wenn, du das als übertrieben hinstellst bist du Teil des Problems. Unser Gesellschaft muss im allgemeinen diese radikalen Strömungen bekämpfen. Doch solange die ärmsten von uns nur durch saudische Organisationen überleben können, wird sich dieses Problem noch weiter ausbreiten. Auslandsalbaner wie wir sollten Organisationen Gründen die den Saudis den Boden nehmen. Nur durch effektiver Armutsbekämpfung kann Radikalismus bekämpft werden. Die Leugnung dieses Problems bringt uns keinesfalls weiter! Und ich kann nur sagen das Frau Xharra mit diesem Artikel den Nagel auf dem Kopf getroffen hat. Immerhin wollen wir ein europäisches Albanien(inkl. Kosovo) und kein zweites Afghanistan in dem ein Paar Bärtige Grundfreiheiten gefährden.
Solange das in Kosovo so ist, spricht nichts gegen Kopftücher bzw. einen strenger ausgelebter Islam, als es im Kosovo in den letzten ca. 800 Jahren üblich war.
Dennoch gibt es Religion und es gibt Menschen, die Ihrere Religion als Fundament für weitere außerreligiöse Aktivitäten und Ideologien anwenden.
Das sollte unterbunden werden.
Dies und die Tatsache, dass wir auch in erste Welt Ländern einen merkbaren Anstieg an Radikalisierung erkennen, legitimiert einen Journalisten, darüber in etwas verschärftem Ton zu berichten.
Bedenken Sie z.B., dass wir heute mit Informationen überfrachtet werden. Darum muss Wichtiges leider häufig um Aufmerksamkeit bangen.
ein Mann kommt,und verspricht der arbeitssuchenden und hungernden Bevölkerung diese Sachen zu beheben,und schon bekommen dieser Zulauf.
Nur das Problem im kosovo ist,dass das Problem ein von der EU und allen voran Amerika selbst hinauf beschworen wurde.Vor 1999 wäre so etwas nie denkbar gewesen!
es hat sogar offener agitiert als es das heute tut. Und genau diese Agitation wurde damals vom serbischen Staat zielbewusst geduldet, weil Serbien eben Argumente gebraucht hat, die gegen die Unabhängigkeit Kosovos sprachen und um sein repressives Regime zu rechtfertigen.
Irgendwie arbeitet jeder gegen jedem gegenwirksam.
Die Serben versuchen mit dem Argument Kosovo zu behalten, dass die Alternative ein islamistisches Kosovo ist. Die Albaner sagen, dass wir das Thema nicht hochreden sollten, weil die Serben nur darauf warten. Und die Islamisten selbst verstehen sich als Verteidiger gegen die Serben. Jeder hat nur das eigene Interesse im Blick.
Tatsache ist: es gibt ein islamistisches Problem im Kosovo, das aber nur wir selbst lösen können.
die Serben sollten den Albanern im Preshevo-Tal die selben rechte zugestehen, die sie für die Serben im Nordkosovo beanspruchen.
Das Thema ist aber eigentlich ein ganz anderes und wir wären für konstruktive Beiträge sehr dankbar.
Es geht um Islamismus, der für die Albaner wie für die gesamte Region eine Gefahr bildet. Und da sollte man eben nicht schadenfroh sein und sich in seinen Prophezeihungen bestätigt fühlen.
Fakt ist: im Kosovo ist bereits ein Klima entstanden, dass die Laizisten in die Defensive geraten sind. Bsp. Fastenmonat. Früher war es private Angelegenheit, heute trauen sich die Leute nicht im Fastenmonat öffentlich zu rauchen, weil es verpönt ist. Religion hat einfach einen zu hohen Stellenwert bekommen.
so fühlt sich der nichtalbaner von allen albanern (kosovo über alles) bedroht..... was die ständigen übergriffe auf die nichtalbaner beweisen.... die serbienfreundlichen albaner haben in dieser grossalbanischen und nationalistischen umgebung wenigstens den luxsus durch schweigen oder falschen aussagen unterzutauchen.... die nichtalbaner sind gezwungen sich zu wehren. vielleicht irre ich mich aber mich persönlich erinnert der sogenannte staat kosovo an den faschidmus
Nicht alles, was sich reimt macht auch ein gutes Gedicht aus.
Sie sprechen von den wenigen liberalreligiösen Albaner. Meinen Sie dass über 85% wenig sind?
Es sind nicht wenige, sondern die überwältigende Mehrheit, die sich zur Säkularität bekennen. Dennoch hat unsere Gesellschaft auch eine Achillesverse. Die breite Armut, oftmals schwach ausgeprägte Bildung und mangelnde Kulturangebote, verbunden mit der Indoktrination unserer Jugend durch islamische Geistliche machen viele junge Menschen anfällig für diesen Radikalismus, den sie nicht wirklich verstehen können.
Das erklärte Ziel der Islamisten ist, den Islam als politischen Faktor zu etablieren. Was eine Gefahr darstellt ist, dass sie die Verschmelzung von Staat und Religion anstreben.
Heute ist wieder im Norden Mitrovicas eine Bombe im albanisch/bosnischen Viertel hochgegangen nicht unweit der Stelle wo letztes Jahr ein Albaner von einer serbischen Bobe getötet wurde. Das zum Thema albanischer übergriffe. Sie sollten sich mal lieber an die eigene Nase fassen bevor sie irgendwas verbreiten wollen.
...kosova anerkennen und mit der hirnrissigen blockadepolitik aufhören, die rechte der albaner ostkosovas respektieren, dann wird alles seinen gewohnten gang finden. Die albaner haben bewiesen, dass sie FÄHIG sind mit andersdenkenden und andersseienden GERECHT zu regieren, 500 jahre lang haben sie das gezeigt. Während die serbische "inteligencija" vom ERSTEN TAG AN, als es die möglichkeit hatte über die albaner zu herrschen, nur am plänetüfteln war, WIE sie diese loswerden kann, dabei fanden jegliche mittel und wege der tyranei und des terrors anwendung, allerdings KEIN EINZIG humaner, oder einer der humanistische ansätze gehabt hätte.
grüsse
als nato funktionäre sagten sie haben frieden und freiheit für alle gebracht. und albaner 2008 zusammen mit dem friedensnobellpreisträger ahtisaari sagten "wenn kosovo erst mal unabhängig wird wird alles gut und niemanden wir ein haar gekrümmt" und "die serben haben im kosovo die besten rechte".... das resultat sieht man heute.richtig pervers und noch perverser ist das wir alle diese entscheidungen dessen träger und diesen zustand mitfinanzieren müssen. willkommen in der globalen einparteienlandschaft bzw neue weltordnung namens westpolitik. unfähige und kurzsichtige betonköpfe sinds.
genau diese auswüchse (eh schon alles gewusst) sind eine NEBEWIRKUNG solcher zweitklassiger artikel.
Sie haben doch hoffentlich gemerkt, dass es sich hierbei um ein "innerkosovarisches" problem handelt, dass der MITTE der kosovarischen gesellschaft entspringt, somit weder importiert, noch vom jemanden preventiv bereits vorgedacht und gewarnt wurde ???, es ist schlicht der versuch der waschung dreckiger wäsche.......es sind nicht wie in bosnien die "mudjahedin" aus asien und afrika, die in kosova die soziale balance aufgrund ihrer "andersartigkeit" stören, sondern unsere eigenen kinder.
Warum also versuchen sie die "gunst der stunde" zu nutzen ???, was soll ihnen das bringen, ausser dass sie sich als "unseriös" selbst diskreditieren ?
die spätestens seit dem 15. Jahrhundert den Säkularitätsgedanken praktiziert wird durch den arabischen Islam bedroht. Die Albaner haben während 5 Jahrhunderten osmanischer Herrschaft nach eigenen Gesetzen und ihren großteils noch alten Sitten und Bräuchen gelebt. Ich würde die Bedrohung nicht auf Wahhabiten oder Salafisten reduzieren. Der Islam insgesamt ist totalitär und faschistoid, der nichts weniger als die totale Weltherrschaft beansprucht. Solange dieser Anspruch besteht, wird es nicht möglich sein Frieden mit solchen Menschen zu machen. Es braucht einen starken Staat, der bei der Bekämpfung dieses Phänomens auch über die Gesetze hinaus geht. 2000 in der arabischen Welt ausgebildete Imame verseuchen die albanische Jugend.
haben die EIGENEN ELTERN in die arabische welt entsandt. Das haben sie nicht gewusst, oder sprengt das ihren wissensstand ???, und diese 2000 imame, dienen ca. 96% der kosovarischen bevölkerung, die sich zum islam bekennt. Fühlen sie sich mit ihren aussagen nicht als TEIL genau der menge, die moralisch ethisch gegenwirksam handelt ???.....auch ein kosovarischer muslim, gar ein ganz devoter, ist noch immer ein UR-EUROPÄER !!!
Haben wir nun plötzlich die zauberformel einer moralisch ethischen gesellschaft auf höchster zivilisatorischer ebene ???, warum bedarf es eines gesetzes wegen busengrapschens ???, oder verwechseln wir materielen wohlstand mit emotionalen wohlstand ???
mfg
genau jener Menge, die gegenwirksam handelt. Ich verstehe Ihre Sorge durchaus, aber die Aussage, dass sich 96% zu genau dieser Religion bekennen greift die Problematik zu kurz. Ich unterscheide zwischen dem nominellen Bekenntnis und der gelebten Praxis.
Ich will nur nicht eines Tages in einem Kosovo aufwachen, in dem anstelle der europäischen und Westlichen Werte Freiheit, Demokratie und Menschenrechte Kuran und Scharia als einzige Axiome gelten. Das verstehen Sie doch? Wenn Sie den Kanun von Leke Dukagjini gelesen haben, werden Sie nicht um die Feststellung umhin kommen, dass der Gedanke der Säkularität bereits im Mittelalter in unserer Gesellschaft verankert ist.
Feja fe, kanuni kanun! I kan punt e ndane!
2000 Imame sind eine Gefahr!
Eine ordentliche Demokratie soll es aber auch zulassen, dass es 2000 Imame geben darf.
Der Staat darf sich jedoch nicht zurücknehmen und mögliche arabische radikale Lehren durch diese Imame unkontrolliert im Kosovo verbreiten lassen.
Das Verbreiten von "Unsinn" gilt es übrigens nicht nur in der Religion einzudämmen!
Ungeachtet davon wieviele ihren glauben praktizieren, haben diese das demokratische recht sich in ihrem umfeld FREI zu fühlen und sich frei zu bewegen. welche WERTE meinen sie sonst
Die albaner haben die historische chance als brückenkopf zwischen den kulturen zu vermitteln, nicht nur ihrer geographischen lage wegen, sondern auch wegen des glücklichen umstandes von allen drei weltreligionen "praktizierende" und nicht "praktizierende" zu ihren bürgern zu zählen, sogar mit positivem beispiel voran aus einer zeit, in der genau diese umstände zum leid und elend geführt haben. Wir sind albanische muslime, wir hacken keine hände ab, wir steinigen nicht, wir heiraten auch keine cousinen, und das ganze seit über 600 jahren nicht.
mfg
ein Kompliment über die Beschreibung des Sollzustandes.
Wir unterscheiden uns als Gesellschaft grundlegend von Türken oder Arabern und wir sollten auch eine Vermittlungsfunktion zwischen den Kulturen übernehmen. Problem dabei ist, dass unsere eigene Kultur nicht selten zur Disposition steht. Genau jene religiöse Toleranz sehe ich durch den politischen Islam gefährdet.
Wir haben im gesamten albanischen Raum mehr Frauen als Männer an den Universitäten und können als einzige islamische Gesellschaft der Welt stolz drauf sein. Ich möchte nicht, dass meine Schwestern, meine Töchter und andere Frauen als zweitrangige Menschen gelten, wozu sie nicht der Islam an sich macht, sondern dessen Interpretation und Auslebung weltweit.
Genau deshalb sollten die Kosovaren aber nicht gleich den gesamten Islam diskreditieren, sondern lediglich die falschen Interpretationen eindämmen. Und das möglichst friedfertig, da es ansonsten (die Geschichte zeigt es uns) zu einer Gegenreaktion kommt.
Wir sprechen hier von Menschen, die teilweise indoktriniert werden. Sich denen in den Weg zu stellen und zu behaupten, alles sei falsch, woran sie glauben, schafft das Problem nicht aus der Welt.
Ich würde es vorziehen, dass diese Menschen selbst davon Abstand gewinnen, radikal zu denken.
Deutschland z.B. bietet einen Studiengang Islamwissenschaften an. Da kann man ausgehen, dass dieser anschließende Imam keinen Humbug erzählt! Dieser Islam behandelt Frauen und Männer übrigens gleich!
Die Salafisten sind ÜBERALL eine Gefahr, aber am Balkan und Tschetschenien sind sie von einem besonders harten Schlag.
Allerdings wird das Problem durch die fortwährende Dämonisierung verschärft.
Denn es gehört ja gerade zu ihrer Strategie, sich als Bollwerk gegen die feindselige Welt von draußen darzustellen.
Das zieht bei vielen jungen Männern in Zeiten wirtschaftlicher und weltanschaulicher Unsicherheit.
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