Psychedelische Jagdtrophäen

Eine ironische Antwort auf das Handwerk der Tierpräparation

Eine Mischung aus Drache, Bär und Wolf: So ließe sich das bedrohliche Geschöpf des amerikanischen Street-Artist Aj Fosik am besten beschreiben. Fosik, geboren in der US-amerikanischen Stadt Detroit, fertigt dreidimensionale Köpfe aus Holz und Nägeln, die irgendwo zwischen amerikanischer Folk-Art, asiatischer Holzkunst und Heavy-Metal-Symbolik verortet sind. Wie Schuppen reiht er viele hundert kleine Holzplättchen aneinander, die mit poppig-bunten Neonfarben bemalt das "Fell" des Monsters darstellen.

Manche der von Fosiks aufwändigen und detailreichen Arbeiten stehen frei auf Podesten. Andere hängen - wie das in der Inoperable Gallery im siebten Wiener Bezirk gezeigte Imminent and Infinate (2010) - als surreale, psychedelische Jagdtrophäe an der Wand. Eine ironische Antwort auf das Handwerk der Tierpräparation.

Vielen seiner Monster verleiht Fosik scharfe Klauen, andere erschrecken mit mehreren Zungen, Augen oder gar Häuptern. "Köpfe von toten, ausgestopften Tieren dienen ihm als Vorlage", sagt Nathalie Halgand, die Fosiks Abreiten neben anderen französischer und amerikanischer Künstler in ihrer Galerie zeigt.

Normalerweise sind sie in der Pariser Galerie L.J. von Adeline Jeudy beheimatet, deren Schauraum als namhafte Adresse für Street Art in Frankreich gilt. Arbeiten junger französischer Künstler wie Quentin Garel stellt sie neben internationaler Street Art aus.

Eine davon ist Swoon, die mit zwei filigranen Prints ebenfalls in der Ausstellung vertreten ist. Mit lebensgroßen Cut-outs - also aus Papier ausgeschnittenen und an öffentliche Wände gekleisterten Motiven - wurde die in Brooklyn lebende Künstlerin populär. Vorlage für ihre witterungsbedingt kurzlebigen Werke sind Fotografien von Freunden und Menschen auf der Straße.

Wie Swoon fand auch der aus Lyon stammende Yassine "Yaze" Mekhnache den Weg von den Straßen in die Galerien. Malte er früher noch Graffiti, sind es heute vor allem abstrakte Arbeiten, die das Werk des Franzosen auszeichnen und ihn zu einem der Höhepunkte der Ausstellung machen. (ort, DER STANDARD, 29.1.2013)

Inoperable Gallery, 7., Burggasse 24. Bis 16. März

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