Pirat Bruno Kramm klagt Gema

  • Bruno Kramm fordert jenes Geld zurück, das die Gema den Musikverlagen weiterleitet.
    foto: pp mittelfranken / cc by-sa 2.0

    Bruno Kramm fordert jenes Geld zurück, das die Gema den Musikverlagen weiterleitet.

Musiker geht gegen Ausschüttungen an Verlage vor

Der Urheberrechtsbeauftragte der deutschen Piratenpartei, Bruno Kramm, verklagt die Verwertungsgesellschaft Gema. Kramm ist selber Musiker. Sein Ziel: Die Einnahmen durch Werksnutzung sollen nicht mehr den Verlagen zugute kommen.

Unzeitgemäßes Ausschüttungsmodell

Eingereicht wird die Klage heute in Berlin, mit dabei ist auch Sänger Stefan Ackermann, der für Kramm als Texter für das Projekt "Das Ich" tätig war. Ziel ist es, wie Golem schreibt, dass die Einnahmen, die die Gema durch die Nutzung seiner Werke erzielt, nicht mehr an die Verlage weitergibt.

Diese erhalten aktuell zwischen 33 und 40 Prozent der Summe, der Rest geht an die Künstler selber. Jenen Anteil fordert Kramm nun inklusive Zinsen zurück, da er dieses Ausschüttungsmodell der Gema für nicht mehr zeitgerecht empfindet. Eingerichtet wurde es zu Zeiten, in denen der Vertrieb gedruckter Noten noch ein wichtiger Geschäftszweig für die Unternehmen war.

Vorbild: VG Wort-Prozess

Mit einer ähnlichen Klage hatte bereits die VG Wort zu kämpfen, die als Verwerter für Autoren und Verlage tätig ist. 2012 konnte sich der Patentrichter Martin Vogel damit in erster Instanz durchsetzen, der Prozess geht nun in die zweite Runde. Damals ging es darum, dass die Gesellschaft die den Autoren zustehenden Erträge jahrelang nicht freigegeben hatte.

Die Gema selbst wiederum hat ein Verfahren gegen YouTube angestrengt. Sie wirft dem Videodienst Stimmungsmache vor. (red, derStandard.at, 28.01.2013)

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