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Rom - Angesichts der lobenden Worte für die Politik des faschistischen Diktators Benito Mussolini hat Italiens scheidender Premier Mario Monti seinen Vorgänger Silvio Berlusconi am Montag ermahnt. Berlusconi habe sich falsch ausgedrückt, vor allem wenn man bedenke, dass er den Internationalen Holocaust-Gedenktag für seine Aussagen gewählt habe, betonte Monti in einem TV-Interview am Montag. "Wir dürfen nicht denken, dass solche historische Ereignisse nicht mehr vorkommen können. Es gibt gewisse Herde, auf die man achten muss. Man muss vor allem Gleichgültigkeit bekämpfen", meinte Monti.
Berlusconi hatte am Rande einer Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag in Mailand gesagt, Mussolinis Rassengesetze seien "der schlimmste Fehler" während seiner Regierungszeit von 1922 bis 1943 gewesen. Allerdings habe der Duce "in vielen anderen Bereichen gute Dinge" getan. Ab 1938 hatte Mussolinis faschistische Regierung eine Reihe von Rassengesetzen erlassen, die Juden in Italien diskriminierten und zu ihrer Verfolgung führten. Berlusconi sagte, Italien habe "nicht dieselbe Verantwortung wie Deutschland" für die Judenverfolgung.
Berlusconis Worte lösten hitzige Reaktionen aus. "Berlusconi hat diesen Tag aus Wahlkampfgründen genutzt, um in Hinblick auf die Parlamentswahl im Februar Stimmen aus faschistischen Kreisen zu gewinnen. Für mich ist das obszön", kritisierte Mitte-links-Chef Pierluigi Bersani. Der Chef der Linkspartei "Rivoluzione Civile", Antonio Ingroia, bezeichnete Berlusconi als "Schande für Italien", da Mussolini sein politisches Modell sei.
Der Präsident der jüdischen Gemeinschaft in Mailand, Walker Maghnagi, bezeichnete Berlusconis Worte vom historischen Standpunkt als "oberflächlich und unangebracht". Vom moralischen Standpunkt aus seien sie absolut zu verurteilen.
Berlusconi hatte am Sonntagabend dem Druck nach gegeben und unmissverständlich erklärt, dass er jede Art von Diktatur ablehne. "Meine historischen Analysen sind immer auf der Grundlage der Verurteilung von Diktaturen erfolgt", erklärte Berlusconi am Sonntagabend. Er sei schon immer "ein historischer Freund Israels". Die Empörung über seine vorherigen Aussagen sei Wahlkampfrhetorik seiner Gegner, sagte er. (APA, 28.1.2013)
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Es ist ja nicht das erste mal, dass sich Berlusconi lobend über den faschistischen Diktator Benito Mussolini äußert, dessen Enkelin Alessandra übrigens für Berlusconis Partei bei den kommenden Wahlen als Kandidatin für das Abgeordnetenhaus antritt. Schon vor Jahren hatte Berlusconi die Verbannung von politischen Gegnern in entlegene Gebiete und auf öde Inseln mit einer Art Sommerfrische verglichen, so wie er den Erdbebenopfern von L'Aquila geraten hatte, die Unterbringung in Zeltstädten doch auch als eine Art Urlaub zu betrachten. Dass seine jüngsten Aussagen bei einer Holocaustgedenkfeier fielen, zeigt dass Berlusconi offensichtlich nicht mehr weiß, was er von sich gibt.
Berlusconi's Rolle ist es Goldman Monti in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Das ist derart aufgelegt das es schon offenkundig peinlich ist das zu übersehen.
Nicht unähnlich von Steinbrück mit Merkel in Deutschland. Wieso sonst sollte ein Polit-Profi derart dumme Aussagen machen?
Uns wurde indirekte "Demokratie" gestohlen - das bisserl was noch da war. :(
Vielleicht "dumme" Aussagen,weil man einige Wählerstimmen mehr haben will?So "dämlich" sind sie nicht,wenn man es aus seiner Sicht sieht,denn er wird kaum damit Wähler abschrecken,weil er dann schon längst keine mehr hätte,aber er will Leute an die Urnen bekommen,die ihn vielleicht nicht wählen,oder rechten Gruppierungen,die nicht in seinem Sündikat sind,die Wählerstimmen "stehlen",die sonst verloren wären,weil die nicht über die Sperrklausel kommen.Wie sagt Silvio gerne?Lieber rot vor Scham als grün vor Ärger,daher ist ihm alles recht,solange er Wählerstimmen dafür bekommt.Monti aber braucht nicht zu "ermahnen",will er doch auch mit der PdL koalieren,wohlwissend,dass die PdL Silvio ist.Damit kämen Casini und Fini wieder durch die Hintertür
Anstatt diesen grössenwahnsinnigen Egomanen endlich einzusperren haben sie ihn gleich nochmals gewählt.
Und als der Betrug, die Korruption, seine mafiösen Machenschaften immer offensichtlicher wurden - der Druck auf ihn wurde nicht grösser.
Damit ist dieses Schreckgespenst wieder da!
GRATULIERE liebe Italiener! Das habt ihr EXZELLENT gemacht!
Man soll nicht vergessen, dass Hitler Mussolini in Vielem kopiert hat- immerhin war der "Duce" schon ein Jahrzehnt früher an der Macht als der "Führer". Es gibt da einen bezeichnenden Flüsterwitz: Hitler trifft Mussolini und begrüßt ihn mit "Ave Imperator", worauf dieser entgegnet: "Ave Imitator".
Sehr richtig.
"Fascism should rightly be called Corporatism, as it is the merger of corporate and government power."
Benito Mussolini
Was noch hinzu kommt war das die Faschisten Diebe waren.
Nicht unähnlich der Schüssel-Gang, nur das eben die Schüssel-Gang niemanden ermordet hat, die alten Faschisten aber sehr wohl.
[...] Mussolinis Rassengesetze seien "der schlimmste Fehler" während seiner Regierungszeit von 1922 bis 1943 gewesen. Allerdings habe der Duce "in vielen anderen Bereichen gute Dinge" getan [...]
Hätte er von "schlimmsten VERBRECHEN" gesprochen, könnte man ja noch eventuell zustimmen - aber so ist es eindeutig Verharmlosung.
Aber mal beiseite mit all dem, ich frage mich, wielange es noch dauern mag, bis man diese Zeitepochen unaufgeregt aufarbeiten kann.
Danke.
Auch wenn man mir jetzt Wiederbetätigung oder Verharmlosung vorwerfen mag - irgenwo recht dürfte er wohl auch haben.
Denn niemand hat die Massen auf seiner Seite wenn er ihnen nicht irgendetwas (auch nur unilateral) Gutes tut.
Aber wie gesagt, es wird noch Jahre (Jahrzehnte) dauern, bis dieses widerliche Kapitel endlich mal unaufgeregt abgehandelt werden kann.
Aber irgendwann wird man auch das "Zuckerbrot" erwähnen dürfen mit dem die Massen gelockt wurden. Ohne gleich einen "braunen" Anstrich zu kriegen.
Bin gespannt, ob ich dies noch erlebe!
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