Europas Leitbörsen kommen nicht vom Fleck

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag mit einem hauchdünnen Plus aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich in einem mehrheitlich grün gefärbten europäischen Umfeld um minimale 0,32 Einheiten oder 0,01 Prozent auf 2.744,50 Zähler, nachdem der Leitindex bereits am Freitag den höchsten Stand seit Juli 2011 erreichen konnte.

Vor den am Nachmittag veröffentlichten US-Daten herrschte zum Wochenstart eher Zurückhaltung unter den Anlegern vor. Überraschend gut ausgefallene Daten zu den US-Auftragseingängen für langlebige Güter sorgten schließlich für etwas Auftrieb. Im Dezember stiegen die Auftragseingänge um 4,6 Prozent und damit um mehr als doppelt so viel wie prognostiziert.

An der Spitze des Euro-Stoxx-50 schlossen die Papiere des Chipzulieferers ASML mit einem klaren Plus von 2,80 Prozent auf 56,23 Euro. Die Analysten der Citigroup haben ihr Votum für die Papier von "Neutral" auf "Buy" angehoben. Auch das Kursziel wurde von 51,0 Euro auf 63,5 Euro nach oben revidiert, hieß es aus dem Markt. Das Risiko/Chancen-Profil der Aktie habe sich verbessert, schrieb Analyst Amit Harchandani in einer Studie.

Ein europäischer Branchenvergleich wies überdies Bankwerte als klare Kursgewinne aus. Am Markt wurde auf die bereits am Freitag bekannt gewordenen, unerwartet hohen Rückzahlungen aus den Krisenhilfen der Banken an die Europäische Zentralbank (EZB) verwiesen. In einer ersten Runde sollen der Notenbank im Laufe der Woche insgesamt 137,2 Mrd. Euro zufließen.

Finanztitel ziehen an

Dementsprechend sammelten sich am oberen Ende des Euro-Stoxx-50 verstärkt Finanztitel. Intesa Sanpaolo legten 2,62 Prozent zu, BNP Paribas zogen um 2,14 Prozent an und ING Groep gewannen 1,75 Prozent. Auch die Titel der Credit Suisse schafften dank der positiven Branchenstimmung den Sprung in Plus und legten moderate 0,22 Prozent zu. In der Früh hatte noch eine drohende Milliardenstrafe wegen der möglichen Beteiligung an einem Anlegerskandal aus dem Jahre 2002 für Kursverluste gesorgt.

Für Luftfahrt-Titel ging es dagegen vermehrt bergab. So gaben Ryanair 1,77 Prozent auf 5,38 Euro ab. Die Billigfluggesellschaft hatte über ein starkes abgelaufenes Quartal berichtet und seine Gewinnerwartungen für das im März endende Geschäftsjahr angehoben. Allerdings kündigte die Airline an, Strecken an Wettbewerber abgeben zu wollen, um damit die Wettbewerbsbedenken wegen der weiter angestrebten Übernahme von Aer Lingus zu zerstreuen. Auch für die Papiere des britischen Konkurrenten Easyjet ging es um 1,01 Prozent bergab, nachdem der Verwaltungsratschef Mike Rake seinen Rücktritt angekündigt hatte. Im DAX sackten Lufthansa um 0,42 Prozent ab.

In der Autobranche sorgte Volvo für neue Nachrichten. Der schwedische Lastwagenbauer hatte angekündigt, er wolle durch eine Beteiligung in China am deutschen Konkurrenten Daimler vorbeiziehen und zur Nummer eins der Branche bei schweren Lkw aufsteigen. Volvo zogen um 1,08 Prozent auf 98,25 Schwedische Kronen an und Daimler erhöhten sich um 0,33 Prozent auf 43,95 Euro.

Die Deutsche Telekom setzt indessen ihren Stellenabbau fort. Personalvorstand Marion Schick sagte dem Magazin "Focus" laut Vorausmeldung, bis zur Jahresmitte würden weitere 1200 Arbeitsplätze gestrichen. Dies betreffe Beamte und Angestellte in der Verwaltung. Betriebsbedingte Kündigungen schloss sie dem Bericht zufolge aus. Zugleich wolle die Telekom neue Mitarbeiter einstellen: Der Netzausbau bringe Beschäftigung. Die Papiere schlossen um 0,31 Prozent höher bei 8,933 Euro. (APA, 28.1.2013)

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